Nach Strafzöllen auf E-Autos: China ermittelt gEU-Schweinefleisch
17.06.2024 - 10:31:34Die Ermittlung richte sich gegen eingefĂŒhrtes Schweinefleisch und Nebenprodukte, teilte das Handelsministerium am Montag in Peking mit. Dies dĂŒrfte eine Gegenreaktion Pekings auf die von der EU angedrohten Strafzölle auf chinesische E-Autos sein. Zuvor hatte die EU-Kommission zu Chinas Subventionen fĂŒr Elektrofahrzeuge ermittelt, die nach Ansicht BrĂŒssels den Markt in Europa verzerren.
Die chinesische Staatszeitung "Global Times" hatte bereits unter Berufung auf einen Insider berichtet, dass die chinesische Industrie Beweise fĂŒr die Untersuchung gegen bestimmte Milchprodukte und Schweinefleisch aus der EU sammle. NĂ€here Angaben hatte das Blatt in den BeitrĂ€gen auf der Onlineplattform X allerdings nicht gemacht.
Vor allem Fleisch fĂŒr Verzehr betroffen
Betroffen seien Produkte, die hauptsĂ€chlich zum Verzehr durch Menschen gedacht sind, teilte das Handelsministerium mit. Als Beispiele nannte die Behörde frisches und gefrorenes Schweinefleisch oder Schlachtnebenerzeugnisse. Nach Angaben des chinesischen Zolls importierte China im vergangenen Jahr Schweinefleisch im Wert von 23,2 Milliarden Yuan (knapp drei Milliarden Euro). Laut Daten aus BrĂŒssel exportierte die EU 2023 Schweinefleisch-Erzeugnisse im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro nach China.
Es ist nicht die erste Untersuchung Chinas gegen europĂ€ische Produkte. Im Januar hatte das Handelsministerium eine Ermittlung gegen Branntwein (Brandy) aus der EU angekĂŒndigt. Betroffen davon waren hauptsĂ€chlich Hersteller auf Frankreich.
Experten rechneten mit Gegenreaktion
Experten hatten nach der Strafzoll-Androhung der EU Gegenreaktionen Chinas erwartet. Peking werde aber keine EU-Produkte mit Zöllen belegen, die es noch brauche, hatte etwa Jacob Gunter vom in Berlin ansĂ€ssigen Institut Merics gesagt. "Dazu zĂ€hlen Maschinen, hochwertige IndustriegĂŒter, Chemikalien, Medizintechnik und andere Produkte." GroĂe europĂ€ische Automobilhersteller dĂŒrften verschont bleiben, weil diese Gunter zufolge stark in China investieren, ArbeitsplĂ€tze schaffen, Steuern zahlen und zum Wachstum beitragen.
Ins Visier geraten dĂŒrften laut Gunter dagegen Agrar-, Lebensmittel- und GetrĂ€nkeprodukte, auf die Chinas Verbraucher verzichten können oder die Chinas Produzenten selbst in ausreichender Menge herstellen, wie zum Beispiel Schweinefleisch.

