Copernicus, Klimawandel

Copernicus: 2026 reißt fast sicher die 1,5-Grad-Marke

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 09:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der EU-Klimawandeldienst erwartet für 2026 eine weitere Überschreitung der kritischen Temperaturschwelle. Für die offizielle Bewertung des Pariser Ziels zählt allerdings nicht ein einzelnes Jahr, sondern der mehrjährige Durchschnitt.

Copernicus erwartet weiteres warmes Jahr

  • Der EU-Klimawandeldienst rechnet 2026 mit einer globalen Erwärmung von fast sicher mehr als 1,5 Grad.
  • Die Prognose bezieht sich auf den Vergleich mit der vorindustriellen Zeit.
  • Als offiziell gerissen gilt das Ziel erst bei einem mehrjährigen Durchschnitt.
2026 war ein Jahr der Klima-Extreme: Auch Deutschland hatte mit Hitze, Dürre und Waldbränden zu kämpfen. - Bild: Andreas Arnold/dpa

Copernicus erwartet 2026 erneut mehr als 1,5 Grad

Das Jahr 2026 wird nach Angaben des EU-Klimawandeldienstes Copernicus fast sicher die Marke von 1,5 Grad globaler Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit reißen. Dies wäre das zweite Mal nach 2024, wie der Dienst mitteilte.

Mehrjähriger Durchschnitt entscheidet

Als offiziell gerissen gilt das Ziel jedoch erst im mehrjährigen Durchschnitt. Ein einzelnes Jahr oberhalb der Schwelle ist deshalb nicht gleichbedeutend mit einer formalen Überschreitung des langfristigen Klimaziels.

Wachsende Bedeutung für den Klimaschutz

Die Prognose unterstreicht dennoch den anhaltenden Erwärmungstrend. Die Marke von 1,5 Grad dient als Orientierung für die Begrenzung der globalen Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit.

Mit der erwarteten Überschreitung in einem weiteren Jahr wächst zugleich die Bedeutung schneller Emissionsminderungen und von Maßnahmen zur Anpassung an Klimafolgen. Dazu zählen unter anderem der Schutz vor Hitze, Dürren und Starkregen.

Die 1,5-Grad-Marke bezieht sich auf den Vergleich der globalen Durchschnittstemperatur mit der vorindustriellen Zeit. Ein einzelnes Kalenderjahr oberhalb dieser Schwelle bedeutet jedoch noch nicht, dass das Temperaturziel des Pariser Abkommens im maßgeblichen Sinn dauerhaft verfehlt ist.

Entscheidend ist der mehrjährige Durchschnitt. Copernicus weist deshalb darauf hin, dass 2026 zwar voraussichtlich ein weiteres außergewöhnlich warmes Jahr wird, die formale Bewertung des Ziels aber über einen längeren Zeitraum erfolgt.

Einzeljahr und langfristiger Trend

Die Entwicklung zeigt zugleich, wie eng kurzfristige Wetterschwankungen und der langfristige Erwärmungstrend zusammenwirken. Natürliche Klimaphänomene können die Temperaturen einzelner Jahre zusätzlich beeinflussen; die anhaltende Erwärmung durch Treibhausgase hebt jedoch das Grundniveau an.

Für Politik und Gesellschaft hat die Prognose daher zwei Bedeutungen: Sie erhöht den Druck, Emissionen rasch zu senken, und unterstreicht zugleich die Notwendigkeit, sich auf häufigere und intensivere Hitze, Dürren, Starkregen und weitere Klimafolgen vorzubereiten. Jedes vermiedene Zehntelgrad begrenzt die Risiken.

Was die Marke politisch bedeutet

Das 1,5-Grad-Ziel bleibt trotz einer möglichen Überschreitung eines einzelnen Jahres ein Maßstab für Klimaschutz. Eine zeitweise oder länger anhaltende Überschreitung würde nicht bedeuten, dass jede Begrenzung der Erwärmung wirkungslos wird; niedrigere Temperaturen verringern weiterhin die erwarteten Schäden.

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