IEA: Ausbau erneuerbarer Energien macht enorme Fortschritte
09.10.2024 - 07:07:17Erwartet werde, dass die KapazitÀt bis 2030 um das 2,7-fache ansteigt und fast die HÀlfte des weltweiten Strombedarfs bis dahin mit erneuerbaren Energien abgedeckt wird, teilte die IEA in Paris mit.
Die Klima- und Energiesicherheitspolitik zahlreicher LĂ€nder habe entscheidend dazu beigetragen, dass erneuerbare Energien zu wettbewerbsfĂ€higen Kosten gegenĂŒber fossil befeuerten Kraftwerken angeboten werden. Dies fĂŒhre zu einer neuen Nachfrage aus dem privaten Sektor und den Haushalten, wĂ€hrend industriepolitische MaĂnahmen die Herstellung von Solarmodulen und Windturbinen förderten.
China und Photovoltaik treiben Vormarsch der Erneuerbaren an
Als Treiber des Anstiegs erneuerbarer Energien sieht die IEA die Entwicklung in China sowie den Ausbau der Photovoltaik. Bis 2030 geschieht demnach in China 60 Prozent des Ausbaus erneuerbarer Energien, die in Indien unter den groĂen Volkswirtschaften wiederum am schnellsten wachsen. Was die Technologien betrifft, so wird prognostiziert, dass allein auf die Photovoltaik 80 Prozent des weltweiten Wachstums erneuerbaren KapazitĂ€ten bis 2030 entfallen werden. Dies sei das Ergebnis des Baus neuer groĂer Solarkraftwerke sowie einer Zunahme der Solaranlagen auf DĂ€chern von Unternehmen und Haushalten.
Und trotz der anhaltenden Herausforderungen sieht die IEA auch den Windsektor vor einem Aufschwung: Die Ausbaugeschwindigkeit werde sich zwischen 2024 und 2030 im Vergleich zum Zeitraum zwischen 2017 und 2023 verdoppeln.
"Die erneuerbaren Energien entwickeln sich schneller, als die nationalen Regierungen Ziele setzen können", sagte IEA-Direktor Fatih Birol. "Dies liegt nicht nur an den BemĂŒhungen, die Emissionen zu senken oder die Energiesicherheit zu erhöhen, sondern auch daran, dass erneuerbare Energien heute in fast allen LĂ€ndern der Welt die billigste Option fĂŒr den Bau neuer Kraftwerke darstellen."
Mehr Einsatz fĂŒr Schwellen- und EntwicklungslĂ€nder nötig
Das auf der UN-Klimakonferenz im Dezember in Dubai gesteckte Ziel einer Verdreifachung der KapazitĂ€t erneuerbarer Energien sei erreichbar, wenn international mehr fĂŒr eine Senkung der hohen Finanzierungskosten fĂŒr neue Projekte in Schwellen- und EntwicklungslĂ€ndern getan werde. Diese nĂ€mlich bremsten derzeit noch das Wachstum der erneuerbaren Energien in Regionen mit hohem Potenzial wie Afrika und SĂŒdostasien.
Der IEA-Bericht ruft die LĂ€nder auch zu einer verstĂ€rkten Integration variabler erneuerbarer Energiequellen wie Photovoltaik und Windkraft in die Stromsysteme auf. In letzter Zeit sei der Anteil der ungenutzten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erheblich gestiegen und liege in mehreren LĂ€ndern bereits bei rund zehn Prozent. Um dem entgegenzuwirken, mĂŒssten die LĂ€nder die FlexibilitĂ€t des Stromsystems erhöhen, Leitungen modernisieren und SpeicherkapazitĂ€ten erhöhen.
Um internationale Klimaziele zu erreichen, muss aus Sicht der Internationalen Energie-Agentur nicht nur der Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigt werden, sondern auch die EinfĂŒhrung von nachhaltigen Biokraftstoffen, Biogasen, Wasserstoff und E-Fuels. Da diese Brennstoffe nach wie vor teurer seien als ihre fossilen Pendants, werde ihr Anteil an der weltweiten Energieversorgung auch 2030 voraussichtlich unter 6 Prozent liegen.

