Asyl, UnglĂŒcke

AuswĂ€rtiges Amt blockiert Millionenhilfe fĂŒr zivile Seenotretter

14.06.2023 - 19:50:59

Das AuswĂ€rtige Amt hĂ€lt die Auszahlung von Hilfen in Millionenhöhe fĂŒr die zivile Seenotrettung zurĂŒck.

Das berichtet der "Spiegel". Laut einem Beschluss des Haushaltsausschusses vom November 2022 sollte der kirchennahe Verein "United 4 Rescue" von 2023 bis 2026 jedes Jahr zwei Millionen Euro erhalten.

Er finanziert vor allem Schiffe, die im Mittelmeer FlĂŒchtlinge retten, darunter die der deutschen NGOs "Sea Watch", "SOS Humanity" und "Sea Eye". Doch die Bundesregierung hat das versprochene Geld bis heute nicht ausgezahlt. Das AuswĂ€rtige Amt habe gleich zu Beginn signalisiert, dass nur Projekte an Land unterstĂŒtzt werden könnten, sagte Liza Pflaum, Vorstandsmitglied bei "United 4 Rescue", dem "Spiegel". Die Anschaffung oder Wartung von Rettungsschiffen oder selbst Treibstoffkosten fĂŒr Diesel habe die Regierung nicht fördern wollen. "Wir haben die politische Vorgabe, keine Schiffe zu finanzieren", soll die Botschaft nach Pflaums Aussage gewesen sein. Ein internes Protokoll des Vereins stĂŒtzt laut "Spiegel" diese Angabe. Im AuswĂ€rtigen Amt bestĂ€tigt man, dass noch kein Geld gezahlt worden sei. Die Abstimmungen ĂŒber die konkrete Vergabe der Mittel und die genaue Projektausgestaltung liefe noch, eine abschließende Entscheidung sei noch nicht gefallen. Geld fĂŒr die Seenotrettung sei keineswegs tabu: "Einen pauschalen Ausschluss bestimmter Projekte oder Verwendungszwecke, etwa zu Operationen auf See", werde es nicht geben, teilte das Ministerium mit. Pflaum kritisierte: "Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass die Spitze des Hauses die Freigabe der Gelder blockiert - und somit auch die Rettung von Menschen in Lebensgefahr." Gorden Isler, GrĂŒnen-Mitglied und Vorstandsmitglied der Seenotrettungsorganisation "Sea-Eye", sagte, die "Verzögerungstaktik" des AuswĂ€rtigen Amtes passe zu den BeschlĂŒssen der letzten Tage. Er spielte damit auf die umstrittenen AsylplĂ€ne der EU-Innenminister an. "Jetzt, wo Annalena Baerbock die Chance hĂ€tte, das umzusetzen, wofĂŒr so viele Jahre gestritten wurde, passiert es einfach nicht", so Isler.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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