AuĂenamt bestellt nach Cyber-Angriff russischen GeschĂ€ftstrĂ€ger ein
03.05.2024 - 12:27:56Der GeschĂ€ftstrĂ€ger sei fĂŒr 12.00 Uhr einbestellt, teilte ein Sprecher des deutschen AuĂenministeriums am Freitag in Berlin mit. Die Einbestellung sei ein deutliches diplomatisches Signal, "Moskau deutlich zu machen, dass wir dieses Vorgehen nicht akzeptieren, deutlich verurteilen und uns da auch Konsequenzen vorbehalten", ergĂ€nzte der Sprecher.
Der stellvertretende Regierungssprecher Wolfgang BĂŒchner sagte, die Bundesregierung verurteile die wiederholten und inakzeptablen Cyber-Angriffe durch staatlich gesteuerte russische Akteure auf das SchĂ€rfste. Man fordere Russland erneut auf, derartige Handlungen zu unterlassen. "Deutschland ist entschlossen, gemeinsam mit seinen europĂ€ischen und internationalen Partnern solchen Cyber-Angriffen entgegenzutreten."
Die Aktionen der Cybergruppe APT28 könnten auf Grundlage belastbarer Informationen der deutschen Nachrichtendienste konkret dem russischen MilitĂ€rgeheimdienst GRU zugeordnet werden, sagte BĂŒchner. Die Kampagne richte sich auch gegen Regierungsstellen sowie Unternehmen aus den Bereichen Logistik, RĂŒstung, Luft und Raumfahrt, IT-Dienstleistungen sowie Stiftungen und VerbĂ€nde. "Sie war gegen Ziele in Deutschland und anderen europĂ€ischen Staaten sowie gegen Ziele in der Ukraine gerichtet", sagte er. APT28 sei auch verantwortlich fĂŒr den Cyber-Angriff auf den Bundestag im Jahr 2015.
Das unverantwortliche Verhalten Russlands im Cyberraum stehe im Widerspruch zu internationalen Normen und verdiene insbesondere in einem Jahr, in dem in vielen Staaten Wahlen stattfinden, besondere Aufmerksamkeit, kritisierte BĂŒchner. Cyber-Angriffe gegen politische Parteien, staatliche Institutionen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur seien eine Bedrohung fĂŒr Demokratie, nationale Sicherheit und freiheitliche Gesellschaft.
Die SPD hatte im Juni 2023 bekannt gegeben, dass E-Mail-Konten des SPD-Parteivorstands bereits im Januar Ziel eines Cyber-Angriffs geworden seien. Möglich sei das durch eine zum Zeitpunkt des Angriffs noch unbekannte SicherheitslĂŒcke beim Softwarekonzern Microsoft geworden, hieĂ es damals aus der SPD ? und: "Es ist nicht auszuschlieĂen, dass es zu einem Abfluss von Daten aus vereinzelten E-Mail-PostfĂ€chern kam."

