Bund und LĂ€nder einigen sich auf Förderprogramm fĂŒr Schulen
02.02.2024 - 15:40:3730 Prozent der Mittel sollen als sogenannte "Chancenbudgets" in bedarfsgerechte MaĂnahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung flieĂen, beispielsweise in Lernförderung. Weitere 30 Prozent sollen fĂŒr die StĂ€rkung "multiprofessioneller Teams" genutzt werden. Die Höhe der Fördermittel, die ein Land vom Bund erhĂ€lt, soll vom Anteil der Kinder und Jugendlichen aus armutsgefĂ€hrdeten Familien und mit Migrationsgeschichte abhĂ€ngen. DarĂŒber hinaus soll in geringerem Umfang das Brutto-Inlandsprodukt der LĂ€nder berĂŒcksichtigt werden. Die Festlegung der geförderten Schulen erfolgt durch das jeweilige Land. Erreicht werden sollen rund zehn Prozent aller SchĂŒler in Deutschland. Etwa 60 Prozent der geförderten SchĂŒler sollen GrundschĂŒler sein. Nach der VerstĂ€ndigung von Bund und LĂ€ndern auf das Programm sollen nun die erforderlichen Ratifizierungsprozesse in Bund und LĂ€ndern folgen, bevor im FrĂŒhsommer 2024 die formale Unterzeichnung erfolgen soll. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sprach vom "gröĂten und langfristigsten Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik". Es gehe um die Zukunft der Kinder und den Wohlstand des Landes. "Mit dem Startchancen-Programm investieren Bund und LĂ€nder gemeinsam in erfolgreiche Bildungsbiografien, in FachkrĂ€fte von morgen, in unsere Innovations- und WettbewerbsfĂ€higkeit sowie in den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und die StabilitĂ€t unserer Demokratie", so die Ministerin. Die Bundesmittel wĂŒrden "ganz spezifisch bedarfsgerecht auf die LĂ€nder verteilt" und "anhand von geeigneten Sozialkriterien dann auch ausgewiesen". Darin sieht sie einen Paradigmenwechsel: Die Gelder wĂŒrden "nicht mit der GieĂkanne" verteilt, "sondern eben genau gezielt dort, wo sie gebraucht werden". Die PrĂ€sidentin der Kultusministerkonferenz, Christine Streichert-Clivot (SPD), erklĂ€rte, der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg sei nach wie vor sehr stark. "Das Startchancen-Programm kann dazu beitragen, diesen Zusammenhang aufzubrechen", so die saarlĂ€ndische Kultusministerin. Die Koordinatorin der unionsgefĂŒhrten Kultusministerien, Karin Prien (CDU), setzt weiterhin auch auf eine Förderung der Digitalisierung an Schulen. "Die Zustimmung der LĂ€nder wurde möglich, weil wir wesentliche Schritte aufeinander zugegangen sind und der Bund ein deutliches politisches Zeichen fĂŒr den Digitalpakt 2.0 gegeben hat", sagte die Kultusministerin des Landes Schleswig-Holstein. "Ein Wermutstropfen ist auch in diesem Fall wieder die bĂŒrokratische Belastung, die SchultrĂ€gern und Schulen durch das Programm droht. Beim Digitalpakt 2.0 mĂŒssen wir sehr darauf achten, die bĂŒrokratischen HĂŒrden abzubauen und Verfahren zu vereinfachen." Die Koordinatorin der SPD-gefĂŒhrten Kultusministerien, Stefanie Hubig, erklĂ€rte, dass der Bildungserfolg immer noch "zu sehr vom Geldbeutel oder vom Status der Eltern" abhĂ€nge. "Mit Hilfe des Startchancen-Programms werden Schulen zu besseren Lern- und Lebensorten - mit einer guten Lernumgebung, multiprofessionellen Teams und individueller UnterstĂŒtzung von Kindern und Jugendlichen, damit auch sie erfolgreich ins Berufsleben starten können", so die Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz.


