Produktion/Absatz, Wettbewerb

Kabinett verschĂ€rft Regeln fĂŒr Sicherheit an FlughĂ€fen

17.07.2024 - 15:25:00

Das Bundeskabinett hat eine VerschĂ€rfung des Luftsicherheitsgesetzes beschlossen, um radikale KlimaschĂŒtzer und andere Störer von gefĂ€hrlichen Aktionen auf FlughĂ€fen abzuhalten.

"Wer auf FlughafengelĂ€nde eindringt, sich auf Rollbahnen festklebt und so den Flugverkehr massiv behindert, riskiert nicht nur sein eigenes Leben", erklĂ€rte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Solche VorfĂ€lle seien auch fĂŒr viele Unbeteiligte gefĂ€hrlich. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte: "Ich setze darauf, dass diese GesetzesverschĂ€rfung Aktivisten abschreckt und Störungen in der aktuellen Hauptreisezeit ausbleiben."

Kern der geplanten Reform, ĂŒber die noch der Bundestag entscheiden muss, ist die Schaffung einer neuen Vorschrift, die das "vorsĂ€tzliche, unberechtigte Eindringen" unter anderem auf das Rollfeld sowie die Start- und Landebahnen unter Strafe stellt - und zwar dann, wenn dadurch die Sicherheit des zivilen Luftverkehrs beeintrĂ€chtigt wird.

Wer etwa einen Zaun durchschneidet und dann eine Startbahn blockiert, dem soll kĂŒnftig eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe drohen. Auch der Versuch soll strafbar sein. Bisher wurde in solchen FĂ€llen lediglich eine Geldbuße fĂ€llig. Das vorsĂ€tzliche, unberechtigte Eindringen in den Teil des Flughafens, den die Fachleute "Luftseite" nennen, soll kĂŒnftig mit bis zu fĂŒnf Jahren Haft bestraft werden, wenn jemand eine Waffe oder giftige Stoffe bei sich fĂŒhrt oder wenn es darum geht, eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrĂŒĂŸte zwar die geplante Reform, betonte aber, damit sei es nicht getan. Aus Sicht von GdP-Vize Sven HĂŒber mĂŒssen die Flughafenbetreiber den technischen Schutz verbessern. "Die langen ZĂ€une rund um FlughĂ€fen sind mit reiner Manpower kaum lĂŒckenlos zu ĂŒberwachen." Wichtig sei es daher, mehr in Überwachungs- und Alarmierungstechnik zu investieren. Die Gewerkschaft sprach sich zudem fĂŒr gesetzlich verankerte, bundesweit einheitliche Sicherheitsstandards aus.

Unerlaubte Aktionen von Klimaschutzaktivisten hatte es unter anderem auf den FlughĂ€fen MĂŒnchen und Berlin-Brandenburg gegeben.

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