BSW auch nach endgĂŒltigem Ergebnis nicht im Bundestag
14.03.2025 - 11:46:15Das BSW verpasst auch nach dem endgĂŒltigen Ergebnis der Bundestagswahl den Einzug in das Parlament. Die Partei von Sahra Wagenknecht erhielt im Vergleich zum vorlĂ€ufigen Ergebnis aus der Wahlnacht zwar weitere 4.277 gĂŒltige Zweitstimmen zugeschrieben, wie der Bundeswahlausschuss bei seiner Sitzung in Berlin feststellte. Mit 4,98 Prozent blieb sie aber trotzdem knapp unter der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde.Â
Wagenknecht kritisierte, dass möglichen ZĂ€hlfehlern nicht flĂ€chendeckend nachgegangen worden sei. «Auch deshalb ist davon auszugehen, dass das amtliche Endergebnis nicht mit den tatsĂ€chlich abgegebenen Stimmen ĂŒbereinstimmt», warnte die BSW-Chefin.Â
Am Gesamtergebnis und an der Sitzverteilung im 21. Deutschen Bundestag Ă€nderte sich mit der Feststellung des Endergebnisses am Freitag nichts mehr. So kam die CDU/CSU auf 28,5 Prozent, die AfD auf 20,8 und die SPD auf 16,4 Prozent. Die GrĂŒnen erzielten 11,6 und die Linke 8,8 Prozent. Die FDP flog mit 4,3 Prozent aus dem Bundestag. In Sitzen bedeutet dies: CDU/CSU 208, AfD 152, SPD 120, GrĂŒne 85, Linke 64 und SSW 1.
BSW vor Gericht vorerst gescheitert
Das Bundesverfassungsgericht hatte mehrere BSW-AntrĂ€ge abgelehnt, die eine NeuauszĂ€hlung der Bundestagswahl erreichen sollten. Auch ein Eilantrag von BSW-Mitgliedern beim Verwaltungsgericht Wiesbaden scheiterte - in der hessischen Landeshauptstadt sitzt die Bundeswahlleitung. Eine anschlieĂende Beschwerde des BSW vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof blieb ebenfalls erfolglos.Â
Wagenknecht betonte, das Verfassungsgericht habe nichts zum Umfang möglicher ZĂ€hlfehler gesagt, sondern nur auf den regulĂ€ren Rechtsweg verwiesen. Schon bei sehr wenigen ĂberprĂŒfungen und NachzĂ€hlungen seien mehr als 4.000 zusĂ€tzliche Stimmen fĂŒr das BSW gefunden worden.Â
«Nur durch eine komplette NeuauszÀhlung kann ein korrektes Ergebnis ermittelt werden», sagte Wagenknecht. «Es stellt das Fundament unserer Demokratie infrage, dass bis zu einer solchen NeuauszÀhlung die Zusammensetzung des Bundestags mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht dem WÀhlerwillen entspricht.»
Nach der Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses können nun EinsprĂŒche eingelegt werden. Nötigenfalls kann sich eine Klage anschlieĂen. Das Verfahren kann viele Monate in Anspruch nehmen.
Leichte Stimmenkorrekturen bei mehreren Parteien
Nicht nur beim BSW ergaben sich laut dem Bundeswahlausschuss minimale VerĂ€nderungen bei der absoluten Zahl der gĂŒltigen Zweitstimmen. Bei der CDU kamen beispielsweise 1.674 Stimmen dazu, bei der SPD 840 und bei der AfD 1.632. Dagegen wurden der FDP 121 Stimmen abgezogen. Diese VerĂ€nderungen seien vor allem die Folge von Berichtigungen der vorlĂ€ufigen Zweitstimmergebnisse in Niedersachsen (plus 3.271), Bayern (plus 932) und Baden-WĂŒrttemberg (plus 912), wie Bundeswahlleiterin Ruth Brand sagte.
Brand berichtete auch von kleineren MĂ€ngeln bei der Wahl. So seien im Wahlkreis Trier in Rheinland-Pfalz von der Druckerei auch Stimmzettel fĂŒr Berlin-Pankow ausgeliefert worden. 15 BĂŒrger hĂ€tten damit auch ihre Stimme abgegeben. Diese Stimmzettel seien fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt worden.
Drei FĂ€lle von doppelter Stimmabgabe festgestellt
In mehreren BundeslĂ€ndern seien in einzelnen FĂ€llen Wahlunterlagen versehentlich doppelt verschickt worden. Dort seien sofort MaĂnahmen ergriffen worden, um eine doppelte Stimmabgabe auszuschlieĂen.
Trotzdem wurden drei FĂ€lle von doppelter Stimmabgabe registriert, etwa im thĂŒringischen Wahlkreis Eichsfeld-Nordhausen-KyffhĂ€userkreis. Dort habe im Wahllokal eine Person den Wahlvorstand abgelenkt, sodass sich eine andere einen zweiten Stimmzettel nehmen konnte und schlieĂlich zwei Stimmzettel abgegeben habe. Auch in Hamburg-Wandsbek und im sĂ€chsischen Wahlkreis Erzgebirgskreis I seien WĂ€hler zweimal gekommen und hĂ€tten es geschafft, doppelt zu wĂ€hlen. In den drei FĂ€llen sei Strafanzeige erstattet worden, sagte Brand.


