EuropÀisches Parlament wÀhlt neue EU-Kommission ins Amt
27.11.2024 - 13:08:04UnterstĂŒtzung fand die neue Kommission nun auch in Teilen der GrĂŒnen-Fraktion. Die deutschen Sozialdemokraten verweigerten allerdings ihre Stimmen. "Erstmals in der Geschichte der gemeinschaftlichen EU-Institutionen erhĂ€lt ein Vertreter einer postfaschistischen Partei eine FĂŒhrungsposition", begrĂŒndete RenĂ© Repasi, Vorsitzender der SPD-Europaabgeordneten, das Votum. "Dies war ĂŒberhaupt nur möglich, weil die christdemokratische KommissionsprĂ€sidentin den italienischen Kommissionsvorschlag Raffaele Fitto auf den herausgehobenen Posten eines VizeprĂ€sidenten der Kommission befördert hat - und das, obwohl dessen Parteienfamilie ihre Wiederwahl abgelehnt hat." Die italienische Regierung habe zwar das Vorschlagsrecht fĂŒr einen Kommissar gehabt und Fitto nominiert. "Doch seine herausragende Stellung wĂ€re vermeidbar gewesen, wenn sich die EVP an die pro-europĂ€ische Allianz der Mitte gehalten hĂ€tte, die nach den Europawahlen geschmiedet wurde und Ursula von der Leyen zu einer zweiten Amtszeit verhalf. Bedauerlicherweise wurde der Vertrauensvorschuss nicht eingelöst", so Repasi. "Indem sie in den letzten Monaten mehrfach Mehrheiten mit rechtsextremen Parteien gegen die pro-europĂ€ischen Fraktionen bildete oder zumindest billigend in Kauf nahm, hat die konservative Fraktion ihre Ăffnung nach RechtsauĂen ĂŒberdeutlich untermauert." In ihrer Rede im Plenum des EU-Parlaments vor der Abstimmung hatte von der Leyen (CDU) fĂŒr die neue Amtszeit einen Fokus auf die StĂ€rkung der WettbewerbsfĂ€higkeit angekĂŒndigt. Die erste groĂe Initiative werde ein "Kompass fĂŒr WettbewerbsfĂ€higkeit" sein, sagte sie. "Der Wettbewerbskompass wird den Rahmen fĂŒr die Arbeit der Kommission fĂŒr den Rest der Amtszeit bilden." Der "Wettbewerbskompass" soll auf den drei SĂ€ulen des Wettbewerbsberichts des ehemaligen italienischen MinisterprĂ€sidenten und Ex-Zentralbankchefs Mario Draghi aufbauen. "Erstens die InnovationslĂŒcke zu den Vereinigten Staaten und China schlieĂen. Zweitens ein gemeinsamer Plan fĂŒr Dekarbonisierung und WettbewerbsfĂ€higkeit. Und drittens die Sicherheit vergröĂern und AbhĂ€ngigkeiten abbauen", zĂ€hlte von der Leyen auf. Das neue Personaltableau der Kommission sieht vor, dass Teresa Ribera RodrĂguez (Spanien, SPE) "VizeprĂ€sidentin fĂŒr einen sauberen, gerechten und wettbewerbsfĂ€higen Ăbergang" werden soll. Henna Virkkunen (Finnland, EVP) ĂŒbernimmt voraussichtlich das Portfolio als "Exekutiv-VizeprĂ€sidentin fĂŒr technische SouverĂ€nitĂ€t, Sicherheit und Demokratie". StĂ©phane SĂ©journĂ© (Frankreich, ALDE) soll das Amt als "Exekutiv-VizeprĂ€sident fĂŒr Wohlstand und Industriestrategie" erhalten. Hohe Vertreterin fĂŒr AuĂen- und Sicherheitspolitik und VizeprĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Kommission soll Kaja Kallas (Estland, ALDE) werden. Roxana Minzatu (RumĂ€nien, SPE) soll sich als Exekutiv-VizeprĂ€sidentin um "Menschen, Kompetenzen und Vorsorge" kĂŒmmern. Raffaele Fitto (Italien, EKR) soll Exekutiv-VizeprĂ€sident fĂŒr KohĂ€sionspolitik und Reformen werden. Ihnen will von der Leyen die ĂŒbrigen Kommissare unterordnen: Maros Sefcovic (Slovakei, SPE-nah), Valdis Dombrovskis (Lettland, EVP), Dubravka Suica (Kroatien, EVP), OlivĂ©r VĂĄrhelyi (Ungarn, PfE-nah), Wopke Hoekstra (Niederlande, EVP), Andrius Kubilius (Litauen, EVP), Marta Kos (Slovenien, Renew), Jozef SĂkela (Tschechien, EVP), Costas Kadis (Zypern, EVP), Maria LuĂs Albuquerque (Portugal, EVP), Hadja Lahbib (Belgien, ALDE), Magnus Brunner (Ăsterreich, EVP), Jessika Roswall (Schweden, EVP), Piotr Serafin (Polen, EVP), Dan Jorgensen (DĂ€nemark, SPE), Ekaterina Zaharieva (Bulgarien, EVP), Michael McGrath (Irland, ALDE), Apostolos Tzitzikostas (Griechenland, EVP), Christophe Hansen (Luxemburg, EVP) und Glenn Micallef (Malta, SPE).


