Deutschland, Brandenburg

Bundesregierung gibt Schloss Meseberg als GĂ€stehaus auf

12.02.2026 - 15:43:49 | dpa.de

Das historische Anwesen in Meseberg eine gute Autostunde nördlich von Berlin war Kulisse fĂŒr StaatsempfĂ€nge und Kabinettsklausuren. Jetzt hat die Bundesregierung entschieden, dass die Ära bald endet.

  • Schloss Meseberg wurde seit 2007 unter anderem fĂŒr EmpfĂ€nge von Staats- und Regierungschefs, aber auch fĂŒr Kabinettsklausuren genutzt. - Foto: Kay Nietfeld/dpa
  • Schloss Meseberg wurde seit 2007 unter anderem fĂŒr EmpfĂ€nge von Staats- und Regierungschefs, aber auch fĂŒr Kabinettsklausuren genutzt. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
  • Das Kabinett der Ampel-Koalition nutzte das Schloss fĂŒr Klausurtagungen. (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa
  • Auch Kanzlerin Merkel empfing GĂ€ste wie Frankreichs PrĂ€sident Macron in Meseberg. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa
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Die Bundesregierung gibt Schloss Meseberg in Brandenburg nach 20 Jahren als ihr offizielles GĂ€stehaus auf. Mit der Messerschmitt-Stiftung als Vermieterin sei jetzt vereinbart worden, den Vertrag ab Februar 2027 auslaufen zu lassen, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. Die Nutzung des Schlosses sei zuletzt sehr zurĂŒckgegangen. Als problematisch habe sich dabei auch die deutliche Entfernung zum Berliner Regierungsviertel erwiesen – das Schloss liegt rund 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt.

Die mit Betrieb und Unterhalt verbundenen Aufwendungen stĂŒnden so nicht mehr in einem angemessenen VerhĂ€ltnis zum Mehrwert der Liegenschaft fĂŒr reprĂ€sentative Veranstaltungen, erlĂ€uterte der Regierungssprecher. KĂŒnftig sollten hochrangige Veranstaltungsformate an verschiedenen Orten oder in einem neuen Veranstaltungsbereich im Erweiterungsbau des Kanzleramts stattfinden, der voraussichtlich Ende 2028 fertiggestellt werden soll.

Betriebskosten in Millionenhöhe 

Die Stiftung hatte das Schloss zum symbolischen Preis von einem Euro an die Bundesregierung vermietet, der Vertrag soll im Januar 2027 enden. Die Bewirtschaftungskosten von Schloss Meseberg lagen im vergangenen Jahr aber bei rund einer Million Euro, wie eine Regierungssprecherin auf Anfrage mitteilte. Hinzu kamen Personalkosten von einer halben Million Euro und Kosten fĂŒr die Bewachung durch die Bundespolizei von 3,8 Millionen Euro. 

Nico Zehmke, Amtsdirektor des Amtes Gransee, zu dem Meseberg gehört, zeigte sich ĂŒberrascht von der Entscheidung. Â«Ăœber mehr als zwei Jahrzehnte war Schloss Meseberg Ort staatlicher ReprĂ€sentation. Eine derart lange Nutzung schafft eine besondere Verbindung», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. KontinuitĂ€t und Verantwortung ließen sich nicht nur in wirtschaftlichen Kennziffern abbilden. «Verloren geht vor allem eine besondere Form staatlicher PrĂ€senz.» FĂŒr die Region bedeute das weniger Aufmerksamkeit. Er hoffe trotz knapper Finanzen, «dass vielleicht gemeinsam mit dem Land Brandenburg und dem EigentĂŒmer eine tragfĂ€hige Perspektive entwickelt werden kann».

GĂ€stehaus der Regierung seit 2007

Das im 18. Jahrhundert erbaute Schloss im Ortsteil Meseberg der Stadt Gransee wurde seit 2007 fĂŒr EmpfĂ€nge von StaatsgĂ€sten, aber auch fĂŒr Kabinettsklausuren genutzt. Die im Denkmalschutz engagierte Stiftung hatte das verfallende Anwesen 1995 gekauft und fĂŒr 25 Millionen Euro saniert. Die Bundesregierung entschied 2004, das Schloss als GĂ€stehaus zu nutzen. Das HauptgebĂ€ude hat drei Etagen, außerdem gibt es auch einen barocken Park.

Das Kabinett von Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich fĂŒr seine Klausuren nach Schloss Meseberg zurĂŒckgezogen. Dort schworen sich die Ampel-Partner dann auch mehrfach, nicht mehr so viel zu streiten, was schließlich nicht klappte. 

Schwarz-rotes Kabinett tagte nicht in Meseberg 

Kanzler Friedrich Merz (CDU) entschied sich dann fĂŒr einen Ortswechsel. Er lud im Herbst zur ersten Kabinettsklausur in die Villa Borsig, das GĂ€stehaus des AuswĂ€rtigen Amtes, das am Tegeler See noch im Nordwestteil Berlins liegt. 

Die Kosten fĂŒr einmalige Anmietungen externer Veranstaltungsorte wĂŒrden kĂŒnftig deutlich unter den bisher jĂ€hrlich anfallenden Gesamtkosten liegen, erlĂ€uterte der Regierungssprecher zum Ende der Ära Meseberg. Das Kanzleramt dankte der Messerschmitt-Stiftung fĂŒrs Überlassen des Schlosses und die langjĂ€hrige Zusammenarbeit. «Angesichts der stets ausgezeichneten Erfahrungen der Bundesregierung mit Schloss Meseberg wird es sicher weiter ein attraktiver Veranstaltungsort fĂŒr verschiedene AnlĂ€sse sein.»

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