Widerspruch der Umwelthilfe gegen Ălförderung abgelehnt
08.10.2024 - 15:57:40Der Widerspruch sei unzulÀssig, weil er nicht fristgerecht eingegangen sei, sagte ein Sprecher des Landesamts. Das habe das Amt am Montagabend entschieden.
Die Umwelthilfe hatte am 30. September Widerspruch eingelegt. Laut Landesamt waren die angeforderten Unterlagen zum Hauptbetriebsplan 2024-2026 der Kanzlei der Umwelthilfe jedoch bereits am 6. August bekanntgegeben worden. Die Widerspruchsfrist habe einen Monat betragen und sei somit am 6. September abgelaufen.
Als Grund fĂŒr den Widerspruch fĂŒhrten die UmweltschĂŒtzer an, dass die Auswirkungen der Ălförderung auf das Wattenmeer gemÀà einer VertrĂ€glichkeitsprĂŒfung der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) bislang anhand der BetriebsplĂ€ne nie geprĂŒft worden seien - auch in dem neuen Betriebsplan 2024 bis 2026 nicht, der im Mai erlassen wurde. Sie verwiesen auf Risiken fĂŒr die Artenvielfalt im Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Nach DUH-Ansicht ist die Fortsetzung des Betriebs unzulĂ€ssig, solange keine FFH-VertrĂ€glichkeitsprĂŒfung nachgeholt worden sei.
Von Mittelplate aus wird seit 1987 Ăl in der Nordsee störungsfrei gefördert. Nach Angaben von Wintershall Dea wurden aus dem Feld dort bislang mehr als 40 Millionen Tonnen Ăl gepumpt. 10 bis 15 Millionen Tonnen Ăl gelten noch als gewinnbar. Im Mai hatte das zustĂ€ndige schleswig-holsteinische Energieministerium erklĂ€rt, fĂŒr die ErschlieĂung neuer Ălfelder keine Genehmigungen mehr zu erteilen. Wintershall zog entsprechende AntrĂ€ge zurĂŒck. Die Ălförderung im schleswig-holsteinischen Wattenmeer endet damit 2041.
UnabhĂ€ngig von dem Widerspruch lief die Ălförderung auf Mittelplate frĂŒheren Angaben des Betreibers Wintershall Dea Deutschland zufolge weiter. Gegen den Bescheid des Landesamtes kann die Umwelthilfe innerhalb eines Monats Klage beim Verwaltungsgericht in Schleswig einlegen.

