Tricksten, Klimaprojekten

Tricksten Ölkonzerne bei Klimaprojekten? - Umweltbundesamt ermittelt

28.05.2024 - 17:15:58 | dpa.de

Das Umweltbundesamt (UBA) prĂŒft Hinweise auf möglichen Betrug bei Klimaschutzprojekten, mit denen Mineralölkonzerne ihre Klimabilanz verbessern wollen.

Whistleblower hĂ€tten der Behörde ĂŒber mögliche BetrugsfĂ€lle bei Projekten in China berichtet, dem gehe das UBA nach, sagte ein Sprecher des Amtes der Deutschen Presse-Agentur. Bislang gebe es keine Beweise, aber die Untersuchungen seien auch "lĂ€ngst noch nicht abgeschlossen". Das Amt habe am Montag (27. Mai) bei der Staatsanwaltschaft Berlin Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

Mit den VorwĂŒrfen konfrontiert, teilte der Wirtschaftsverband Fuels und Energie mit, fĂŒr die Branche sei es von höchstem Interesse, dass gesetzliche Vorgaben strikt eingehalten und von den Behörden entsprechend geprĂŒft werden. Das sei hier offenbar nicht der Fall gewesen.

ZunĂ€chst hatte das ZDF zu den mutmaßlichen BetrugsfĂ€llen recherchiert. Im Interview in der ZDF-Sendung "Frontal" sagte UBA-PrĂ€sident Dirk Messner: "Es könnte sein, dass wir es mit einer Handvoll AntrĂ€gen zu tun haben, die gefĂ€lscht worden sind." Im Zuge der Nachforschungen des UBA sei bislang ein Projekt aufgefallen, das wegen formaler MĂ€ngel rĂŒckabgewickelt werden musste, ergĂ€nzte der Sprecher des UBA. Jenes Projekt habe zu frĂŒh begonnen. Der Bericht des ZDF soll am Dienstag (28. Mai) um 21.00 Uhr ausgestrahlt werden.

Klimabilanz des Verkehrs womöglich noch schlechter als angenommen

Mit Projekten zur Minderung von Emissionen will die Mineralölindustrie gesetzliche Klimaschutzauflagen erfĂŒllen. Sie werden von deutschen PrĂŒfinstituten zertifiziert und vom UBA genehmigt. Eine FĂ€lschung der Projekte könnte etwa bedeuten, dass die Klimabilanz des deutschen Verkehrssektors noch schlechter ist als bislang angenommen.

Das UBA habe bereits in der vergangenen Woche um Amtshilfe bei chinesischen Behörden gebeten, gab der Sprecher des Amtes an. "Das mĂŒssen wir machen, weil wir in China keine Hoheitsrechte haben." Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft sei wegen aller in Betracht kommenden Delikte bezogen auf die VorgĂ€nge zu den in China durchgefĂŒhrten Projekten gestellt worden.

Staatsanwaltschaft hat mehr Befugnisse

Die Staatsanwaltschaft konnte den Eingang der Strafanzeige zunĂ€chst nicht bestĂ€tigen. Dies mĂŒsse jedoch nicht heißen, dass sie nicht gestellt wurde, betonte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Bei der Erstattung einer Anzeige dauere es regelmĂ€ĂŸig einige Tage, bis ein Verfahren die zustĂ€ndige Abteilung erreicht und ein Aktenzeichen bekommt.

Im Vergleich zum UBA habe die Staatsanwaltschaft "nochmal ganz andere Möglichkeiten zu ermitteln", so der UBA-Sprecher. Gemeint seien etwa die Möglichkeit zum Anfordern von Unterlagen oder der Vernehmung von Zeugen. "Wir denken, dass sich belastbares Material so besser finden lÀsst."

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
politik | 65278425 |