Leichter Sieg nach Rolle rĂŒckwĂ€rts: 4:0 gegen Luxemburg
10.10.2025 - 22:39:58 | dpa.deErst eine Rolle rĂŒckwĂ€rts mit AnfĂŒhrer Joshua Kimmich, dann der erhoffte souverĂ€ne Sieg und der Sprung auf Platz eins als Mutmacher: Julian Nagelmann hat nach dem locker leichten 4:0 (2:0) der FuĂball-Nationalmannschaft gegen den tapferen, aber ĂŒberforderten AuĂenseiter Luxemburg das direkte Ticket fĂŒr die WM 2026 wieder fest im Blick.Â
David Raum (12. Minute) mit seinem ersten LĂ€nderspieltor, der vom Bundestrainer doch wieder als Rechtsverteidiger aufgebotene Kimmich (21./Handelfmeter/50.) mit seinem ersten DFB-Doppelpack und der ĂŒberragende Serge Gnabry (48.) erzielten gegen den durch eine Rote Karte fĂŒr Dirk Carlson frĂŒh dezimierten Underdog die Treffer fĂŒr die ĂŒberlegene DFB-Elf.
Nach dem höchsten Sieg des Jahres, der mit mehr Konsequenz sogar noch klarer hĂ€tte ausfallen können, reist Nagelsmann entspannter zur schwereren AuswĂ€rtsaufgabe am Montag nach Belfast gegen Nordirland.Â
TabellenfĂŒhrung fĂŒr DFB-Auswahl
Die Briten verhalfen mit ihrem Sieg gegen die Slowaken dem DFB-Team zur TabellenfĂŒhrung in der Gruppe A. Die eigene Auftaktpleite in der WM-Ausscheidungsrunde gegen die Slowakei (0:2) soll ein einmaliger Ausrutscher auf dem Weg zum Titelangriff in Nordamerika im kommenden Sommer bleiben.Â
«Wir sind nicht in der Situation, einen Gegner zu unterschĂ€tzen», hatte Nagelsmann vor dem Anpfiff angesichts des holprigen Starts der DFB-Auswahl in Bratislava gesagt. Die ZurĂŒckhaltung war unbegrĂŒndet. Gegen das weiter punktlose Luxemburg geriet der Sieg nach dominantem Beginn nie in Gefahr.Â
Nagelsmann revidiert Kimmich-Versetzung
Kimmich glĂ€nzte vor 25.249 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Sinsheim in neuer, alter Rolle als groĂer Antreiber. Der DFB-KapitĂ€n beschrĂ€nkte sich in seinem 104. LĂ€nderspiel, mit dem er an Franz Beckenbauer (103) vorbeizog, nicht nur auf seine Aufgaben als rechter Schienenspieler. Er war einfach ĂŒberall.
«Joshua ist auf beiden Positionen sehr stark. Wir versuchen immer, Lösungen zu finden und schauen, welches die beste Variante ist», begrĂŒndete Nagelsmann die RĂŒckversetzung von Kimmich aus dem zentralen Mittelfeld auf die rechte Abwehrseite, die zuletzt als Problemzone in der deutschen Mannschaft ausgemacht wurde.Â
Daneben setzte Nagelsmann auf bewĂ€hrte KrĂ€fte statt weitere personelle Experimente. So stand BVB-Innenverteidiger Nico Schlotterbeck nach seiner Knieverletzung erstmals seit MĂ€rz wieder in der DFB-Startelf und sammelte 45 Minuten Spielpraxis.Â
DFB-Team startet druckvoll
Kimmich, einer von fĂŒnf selbstbewussten MĂŒnchnern in der Startelf, setzte schon nach drei Minuten ein erstes Offensivzeichen und gab damit die Richtung vor. Seinen straffen Schuss konnte Luxemburgs Torwart Anthony Moris aber abwehren. Kurz darauf bejubelten Spieler und Fans die vermeintliche FĂŒhrung - doch zu frĂŒh.Â
Nick Woltemade, der sich nach einem grippalen Infekt zu Wochenbeginn nach nur einer Trainingseinheit fit gemeldet hatte, fĂ€lschte einen Gnabry-Schuss ins Netz ab - allerdings mit dem Arm. Nach Intervention des Video-Assistenten zĂ€hlte der Treffer zu Recht nicht. Es wĂ€re das erste LĂ€nderspieltor fĂŒr den im Sommer fĂŒr rund 90 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Newcastle United gewechselten StĂŒrmer gewesen.
Nach zwölf Minuten belohnte sich das DFB-Team dann aber doch fĂŒr den dominanten Start. Raum traf mit einem direkten FreistoĂ aus knapp 20 Metern. FĂŒr den KapitĂ€n von RB Leipzig war es der Premierentreffer im 31. Einsatz fĂŒr Deutschland.Â
VAR hilft Deutschland
Nach nicht einmal 20 Minuten wurde der VAR bereits zum zweiten Mal aktiv - dieses Mal wegen eines zunĂ€chst nicht geahndeten Handspiels von Carlson im eigenen Strafraum. Der serbische Schiedsrichter Nenad Minakovic entschied nach Ansicht der TV-Bilder auf Elfmeter und schickte Luxemburgs Abwehrspieler mit Rot vom Platz. Kimmich verwandelte eiskalt.Â
Auch in Ăberzahl blieb die deutsche Mannschaft konzentriert und erarbeitete sich eine weitere GroĂchance, die Woltemade jedoch vergab. Nach einem Zauberpass des befreit aufspielenden Florian Wirtz verstolperte der 23-JĂ€hrige den Ball frei vor dem Tor.Â
Die dezimierten GĂ€ste schafften es in der einseitigen Partie kaum einmal ĂŒber die Mittellinie. Eine Angriffswelle nach der anderen rollte auf das Tor des AuĂenseiters zu. Phasenweise erinnerte das Spielgeschehen eher an Handball. Eine weitere LĂŒcke in der Luxemburger Abwehr fand die Nagelsmann-Truppe, die nach 35 Minuten ein wenig das anfĂ€ngliche Feuer verlor, bis zur Pause aber nicht mehr.Â
Doppelschlag nach der Pause
Das Ă€nderte sich kurz nach Wiederbeginn, als Gnabry die FĂŒhrung mit einem trockenen Schuss unter die Latte ausbaute und sich mit seinem 24. LĂ€nderspieltor fĂŒr einen insgesamt starken Auftritt belohnte. Nur 120 Sekunden spĂ€ter schnĂŒrte Kimmich aus Nahdistanz einen Doppelpack.
Nach einer Stunde war dann Schluss fĂŒr den glĂŒcklosen Woltemade, der vom Neu-Frankfurter Jonathan Burkardt abgelöst wurde. Zudem kam Ridle Baku fĂŒr Karim Adeyemi und damit zu seinem DFB-Comeback. Kaum auf dem Platz sahen beide einen Pfostenschuss von Wirtz.Â
Dem 150-Millionen-Euro-Mann vom FC Liverpool war der Saison-Fehlstart in England nicht anzumerken, auch wenn er keine weiteren Glanzpunkte mehr setzen konnte.
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