Dax steigt auf 26.671 Punkte und schlieĂt dennoch im Minus
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 18:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHandelstag mit wechselnden Signalen
- Der Dax markierte im Tagesverlauf bis zu 26.693 Punkte.
- Der MDax gab 0,92 Prozent auf 30.891,56 ZĂ€hler nach.
- Rheinmetall senkte am Vorabend erneut seine Prognose.
Dax erreicht Rekord und dreht ins Minus
Der Dax hat am Donnerstag mit 26.671,19 Punkten seinen bisherigen Höchststand ĂŒbertroffen, danach aber unter dem Eindruck schwĂ€cherer US-Börsen nachgegeben. Der deutsche Leitindex schloss 0,43 Prozent tiefer bei 26.325,01 ZĂ€hlern.
US-Wahl sorgt zunĂ€chst fĂŒr RĂŒckenwind
Den stĂ€rksten Impuls lieferten die US-Zwischenwahlen, bei denen die Demokraten ĂŒberraschend deutlich gewannen. Der klare Sieg im ReprĂ€sentantenhaus und im Senat nĂ€hrte die Hoffnung auf einen auĂenpolitisch milderen Kurs der USA und trieb den Dow Jones Industrial zunĂ€chst nach oben.
ZusĂ€tzlich stĂŒtzten sinkende Ălpreise und positive Unternehmensdaten den deutschen Aktienmarkt. Der Dax stieg im Tagesverlauf sogar bis auf knapp 26.693 Punkte.
KI-Aktien setzen Börsen unter Druck
Im weiteren Handel wechselten viele Anleger jedoch in die Defensive. Eine Verkaufswelle bei KI-Werten erfasste neben der Nasdaq auch den Dow Jones Industrial.
Nach EinschĂ€tzung des IG-Experten Salah-Eddine Bouhmidi folgte auf die Wahleuphorie die ErnĂŒchterung. Anleger sorgten sich, dass strengere Auflagen nach dem Wahlsieg der Demokraten den Ausbau von Rechenzentren bremsen und Projekte verzögern könnten.
Trump behÀlt wichtige Befugnisse
Analyst Jochen Stanzl wertete das Wahlergebnis zunĂ€chst als positiv, weil es schnell festgestanden habe und geteilte politische Macht weniger Raum fĂŒr Ăberraschungen lasse. Ăkonomen warnten zugleich davor, die erste Börsenreaktion zu ĂŒberbewerten.
US-PrĂ€sident Donald Trump kann weiterhin sein Veto gegen Gesetze einlegen. FĂŒr eine Ăberstimmung wĂ€ren in beiden Kammern Mehrheiten von zwei Dritteln nötig, die schwer zu erreichen sind.
Rheinmetall belastet den Dax
Rheinmetall-Aktien gerieten nach einer erneuten Senkung der Prognose stark unter Druck. Der RĂŒstungskonzern hatte am Vorabend nach Börsenschluss seine Erwartungen zurĂŒckgenommen.
Der MDax verlor 0,92 Prozent und schloss bei 30.891,56 ZÀhlern. Trotz der Kursgewinne an den Börsen stehen viele deutsche Unternehmen unter Druck, insbesondere in der Industrie, wo Handelskonflikte und stÀrkere Konkurrenz ArbeitsplÀtze gefÀhrden.
Jahresendrally bleibt unsicher
Marktbeobachter sahen zunĂ€chst Chancen fĂŒr eine Jahresendrally. Gleichzeitig bleiben Nahostrisiken, Inflations- und Zinssorgen sowie offene Fragen zum KI-Boom wichtige Belastungsfaktoren.
Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft dĂŒrfte zudem durch Trumps Zollpolitik gebremst werden. Der Dax spiegelt vor allem die Erwartungen an die kĂŒnftigen Gewinne der 40 Unternehmen im Index wider und nicht ausschlieĂlich ihre aktuelle GeschĂ€ftslage.
Der neue Höchststand des Dax fĂ€llt in eine Phase, in der politische Signale, Konjunkturdaten und Unternehmensnachrichten gleichzeitig auf die Kurse wirken. Die US-Zwischenwahlen gaben den MĂ€rkten zunĂ€chst RĂŒckenwind, weil ein geteilter Kongress aus Sicht vieler Anleger die politische Berechenbarkeit erhöhen könnte. Hinzu kamen sinkende Ălpreise und bessere deutsche AuftragseingĂ€nge.
Die schnelle Gegenbewegung zeigt jedoch, wie empfindlich die positive Stimmung bleibt. Besonders Aktien mit KI-Bezug gerieten unter Druck, weil Anleger strengere Regeln und eine langsamere Genehmigung von Rechenzentren befĂŒrchten. FĂŒr den Dax bedeutet das: Ein Rekordstand bildet die Erwartungen an kĂŒnftige Gewinne ab, nicht automatisch eine Verbesserung der aktuellen Wirtschaftslage.
Unternehmen als Gegengewicht
Die Rheinmetall-Aktie belastete den Leitindex zusĂ€tzlich. Der Konzern senkte seine Umsatz- und Margenprognose fĂŒr 2026 unter anderem wegen Verzögerungen beim Projekt Arminius; dadurch könnten UmsĂ€tze und Vorauszahlungen erst 2027 anfallen. Der Vorgang macht sichtbar, dass selbst ein stark wachsender RĂŒstungsmarkt von politischen Entscheidungen, Beschaffungsfristen und Abnahmeproblemen abhĂ€ngt.
FĂŒr Anleger und Unternehmen bleibt damit entscheidend, ob die US-Wahlfolgen die Finanzierungskosten, Energiepreise und Handelsbeziehungen tatsĂ€chlich verbessern. Kurzfristig können politische Nachrichten die Kurse bewegen; nachhaltig werden jedoch Gewinne, Zinsen, Nachfrage und die Umsetzung groĂer AuftrĂ€ge sein. Die Möglichkeit einer Jahresendrally besteht, steht aber neben erheblichen Risiken durch KI-Bewertungen, geopolitische Konflikte, Inflation und Trumps weiterhin weitreichende politische Befugnisse.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: âNach den US-Zwischenwahlen DAX springt auf Rekordhochâ (05.11.2026)
Der Bericht habe den frĂŒhen Anstieg des Dax auf 26.646 Punkte mit dem RĂŒckenwind durch die US-Zwischenwahlen, sinkenden Ălpreisen und deutschen Industriedaten verbunden. Anders als die dpa-Meldung habe er den Schwerpunkt auf die verbesserten Chancen einer Jahresendrally und die möglichen Folgen höherer deutscher IndustrieauftrĂ€ge gelegt.
Euronews: âRheinmetall-Aktie bricht nach Gewinnwarnung komplett einâ (05.11.2026)
Der Artikel habe den Kurssturz mit den gesenkten Umsatz- und Margenzielen fĂŒr 2026 sowie Verzögerungen beim Projekt Arminius erklĂ€rt. Er habe damit den Belastungsfaktor Rheinmetall detaillierter behandelt, wĂ€hrend die dpa-Meldung die Auswirkungen auf den gesamten Dax und die Reaktion auf die US-Börsen in den Mittelpunkt gestellt habe.
Beide BeitrÀge hÀtten den anfÀnglichen Börsenoptimismus bestÀtigt, zugleich aber unterschiedliche Risiken betont: Der Tagesschau-Bericht habe politische und konjunkturelle Faktoren hervorgehoben, Euronews die konkrete Gewinnwarnung bei Rheinmetall.
