Steinmeier, Begrenzung

Steinmeier fordert Begrenzung irregulÀrer Migration

01.09.2024 - 14:18:33 | dpa.de

Der Anschlag von Solingen hat fĂŒr Entsetzen und tiefe Trauer gesorgt. BundesprĂ€sident Steinmeier findet bei einer Gedenkfeier auch zum Thema Migration mahnende Worte.

  • DIe Bluttat von Solingen hat nach Worten von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier das Land erschĂŒttert - Foto: Christoph Reichwein/dpa
    DIe Bluttat von Solingen hat nach Worten von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier das Land erschĂŒttert - Foto: Christoph Reichwein/dpa
  • Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagt zu, die Politik werde aus dem Verbrechen Lehren ziehen.  - Foto: Michael Probst/AP Pool/dpa
    Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagt zu, die Politik werde aus dem Verbrechen Lehren ziehen. - Foto: Michael Probst/AP Pool/dpa
  • BundesprĂ€sident Steinmeier legt am Tatort einen Kranz nieder.  - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
    BundesprÀsident Steinmeier legt am Tatort einen Kranz nieder. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
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BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier will beim Asylrecht keine Abstriche machen, hat aber Anstrengungen bei der EindĂ€mmung der irregulĂ€ren Migration gefordert. Bei einer Trauerfeier fĂŒr die Opfer des mutmaßlich islamistischen Anschlags von Solingen betonte das Staatsoberhaupt, Deutschland sei ein Land, das «aus gutem Grund» Menschen aufnehme, die Schutz vor politischer Verfolgung und Krieg suchten, in dem das Recht auf Asyl gewĂ€hrt werde. Im letzten Jahrhundert hĂ€tten viele deutsche die NS-Zeit nur ĂŒberlebt, weil andere LĂ€nder ihre TĂŒren offen gehalten hatten. «Wir wollen dieses Land bleiben. Und wir können es am Ende doch nur bleiben, wenn uns die Zahl derer, die ohne Anspruch auf diesen besonderen Schutz (kommen), nicht ĂŒberfordert», betonte Steinmeier vor rund 450 TrauergĂ€sten.

Kraftanstrengung ĂŒber Parteigrenzen hinweg gefordert

«Und wir werden dieses Land nur dann bleiben, wenn Schutzsuchende sich an Recht und Gesetz unseres Landes halten. Nur dann werden wir die Akzeptanz in der Bevölkerung wahren können», mahnte Steinmeier. Es komme jetzt darauf an, jede Anstrengung zu unternehmen, um die Zugangsregeln, die es gebe und «diejenigen, die gerade geschaffen werden», umzusetzen. «Das ist eine Riesenaufgabe, und sie muss PrioritĂ€t haben in den nĂ€chsten Jahren.» Es brauche eine gesamtstaatliche Anstrengung, das erwarte ich und das erwarten die Menschen in Deutschland - und zwar ĂŒber parteipolitische Grenzen und staatliche Ebenen hinweg.»

Bundeskanzler Olaf Scholz, der ebenfalls an der Gedenkfeier teilnahm, schrieb im Anschluss auf der Plattform X: «Das Verbrechen trifft uns ins Herz, es macht uns zornig. Dass wir daraus Lehren ziehen, sind wir ihnen und ihren Angehörigen schuldig.» Der SPD-Politiker versicherte: «Wir trauern um die Toten von #Solingen. Wir trauern mit ihren Angehörigen, mit allen in dieser Stadt, mit allen in Deutschland.» 

Steinmeier sagte in seiner Trauerrede, der Staat habe in Solingen «sein Versprechen auf Schutz und Sicherheit» nicht vollstĂ€ndig einhalten können. Das Verbrechen und mögliche VersĂ€umnisse, die dazu beigetragen haben könnten, dass die Tat nicht verhindert wurde, mĂŒssten umfassend aufgearbeitet werden. Die Last fĂŒr das Gelingen von Zuwanderung dĂŒrfe nicht bei den engagierten Menschen abgeladen werden - etwa Mitarbeitenden in StĂ€dten und Gemeinden, freiwilligen Helferinnen und Helfern, Polizistinnen und Polizisten sowie allen, die schon lĂ€nger an ihre Grenzen gekommen seien. «Wir dĂŒrfen die Gutwilligen nicht ĂŒberfordern.»

Der Anschlag trifft das ganze Land in seinem Kern

Der Bluttat treffe das gesamte Land im Innersten, «ein freundliches, ein offenes, vielfĂ€ltiges Land» im Kern, unterstricht Steinmeier. «Es trifft uns in unserem SelbstverstĂ€ndnis als Nation, in der die Menschen trotz aller Unterschiede friedlich zusammenleben und zusammenleben wollen – Menschen, die schon seit Generationen hier leben genauso wie diejenigen, die spĂ€ter hinzugekommen sind.» Das Staatsoberhaupt betonte: «Genau darauf, genau auf diesen Kern zielte der TĂ€ter von Solingen in seinem Hass.»

An dem Gedenken im Theater und Konzerthaus nahmen auch BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas sowie Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) teil. Steinmeiers Frau Elke BĂŒdenbender war ebenfalls unter den GĂ€sten. Der Schmerz sei kaum zu ertragen, sagte der BundesprĂ€sident, der kurz zuvor mit Angehörigen der drei Toten und acht Verletzten gesprochen hatte. «Ich kann kaum ermessen, wir alle können kaum ermessen, was Sie, liebe Angehörige und Freunde durchmachen, was Sie durchleiden mĂŒssen, durch welche Hölle Sie gehen.» 

Der Tat verdĂ€chtigt wird ein 26 Jahre alter Mann aus Syrien, der ĂŒber Bulgarien als FlĂŒchtling nach Deutschland gekommen war und in Untersuchungshaft sitzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert die Tat fĂŒr sich. «Fanatische Islamisten wollen zerstören, was wir lieben: unsere offene Gesellschaft, unsere Art zu leben, unsere Gemeinschaft, unsere Freiheit», sagte Steinmeier. «Wir wollen nicht, dass das KalkĂŒl von Terroristen aufgeht, dass ihre schreckliche Saat FrĂŒchte trĂ€gt, aber wir spĂŒren Angst und Verunsicherung. Beide haben ihren Grund.» Man dĂŒrfe sich jedoch nicht von Angst nicht lĂ€hmen lassen.

Nach der Trauerfeier legte Steinmeier am Tatort einen Kranz nieder. Schweigend gedachten er und seine Frau der Opfer und verneigten sich still. 

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