Barmer, Regionale

Barmer: Regionale Unterschiede bei kieferorthopÀdischer Behandlung

04.06.2024 - 06:16:38

Der Anteil der Kinder mit einer kieferorthopÀdischen Behandlung ist in Deutschland je nach Bundesland zum Teil sehr unterschiedlich.

Das geht aus einer Studie der Barmer-Krankenkasse hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. FĂŒr den sogenannten Zahnreport wurden Abrechnungsdaten von rund 53 000 AchtjĂ€hrigen, die im Jahr 2005 geboren wurden, ĂŒber zehn Jahre untersucht - von 2013 bis 2022. Den Ergebnissen zufolge wurden etwa in Bayern rund 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen kieferorthopĂ€disch behandelt, wĂ€hrend es zum Beispiel in Bremen nur knapp 46 Prozent waren. Der deutschlandweite Mittelwert lag demnach bei knapp 55 Prozent.

Der tatsĂ€chliche Behandlungsbedarf aber liegt bei Acht- bis NeunjĂ€hrigen laut der sogenannten Deutschen Mundgesundheitsstudie aus dem Jahr 2022 mit rund 40 Prozent darunter. Die im Schnitt höhere Inanspruchnahme der Barmer-Versicherten liegt laut Studienautor Michael Walter von der Technischen UniversitĂ€t Dresden in einem "erwartbaren Bereich", da bei der Mundgesundheitsstudie von einer Untererfassung des Bedarfs ausgegangen werde - etwa weil fĂŒr die Studie nur Acht- und NeunjĂ€hrige untersucht wurden.

Die teilweise hohen Zahlen in einigen Regionen aber hĂ€tten ĂŒberrascht. "Mit Kieferanomalien und Zahnfehlstellungen allein sind die teils gravierenden regionalen Unterschiede bei solchen Behandlungen nicht begrĂŒndbar", heißt es im Report. Den Studienautoren zufolge können die ĂŒberdurchschnittlich hohen Werte in einigen BundeslĂ€ndern auf eine mögliche Übertherapie hindeuten. Von einer Übertherapie spricht man, wenn Behandlungen durchgefĂŒhrt werden, die keinen erwiesenen oder erkennbaren Nutzen fĂŒr Patienten haben.

MÀdchen werden hÀufiger behandelt

DarĂŒber hinaus gibt es der Studie zufolge Unterschiede zwischen MĂ€dchen und Jungen. Bei MĂ€dchen bekamen in der Untersuchungsgruppe rund 60 Prozent eine Behandlung, bei den Jungen 50 Prozent. In Bayern seien es bei MĂ€dchen sogar 65 Prozent (Jungen: 53 Prozent), in Baden-WĂŒrttemberg rund 63 Prozent (Jungen: 52 Prozent). "Schönheitsideale, Gruppendruck und elterliche FĂŒrsorge sind mögliche GrĂŒnde dafĂŒr, dass Zahn- und Kieferfehlstellungen bei MĂ€dchen hĂ€ufiger nachgefragt und behandelt werden als bei Jungen", sagte der Barmer-Vorstandsvorsitzende Christoph Straub.

@ dpa.de