Arbeitsmarkt, Gesundheit

Linke: Krankenschutz tausender Erntehelfer weiter unzureichend

Veröffentlicht am: 11.05.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Der arbeitspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Pascal Meiser, kritisiert den mangelnden Krankenversicherungsschutz fĂŒr auslĂ€ndische SaisonkrĂ€fte in der deutschen Landwirtschaft.Jeden Sommer seien regelmĂ€ĂŸig gut 50.000 kurzfristig BeschĂ€ftigte mit auslĂ€ndischer StaatsbĂŒrgerschaft auf deutschen Höfen und Feldern tĂ€tig, sagte Meiser dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Spargel (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Spargel (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Rund 40.000 davon seien nicht gesetzlich, sondern privat abgesichert. In der Regel geschehe das ĂŒber eine private Gruppenversicherung. Dort sei der Schutz allerdings deutlich schwĂ€cher.

Meiser bezog sich auf Antworten der Bundesregierung und der Knappschaft-Bahn-See. "Es ist beschĂ€mend, dass in der deutschen Landwirtschaft weiter jedes Jahr zehntausende Menschen ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz schuften mĂŒssen", sagte der Abgeordnete dem RND. Sie blieben im Krankheitsfall entweder medizinisch unterversorgt oder auf hohen Kosten sitzen, kritisierte er.

"Es braucht endlich den vollen gesetzlichen Krankenversicherungsschutz fĂŒr alle, die in Deutschland arbeiten", forderte Meiser. "Deutscher Spargel, deutsches Obst und deutscher Wein dĂŒrfen nicht lĂ€nger auf einem Arbeitsmarkt zweiter Klasse basieren", fĂŒgte er hinzu. Dabei sei gerade die Arbeit draußen auf den Feldern und oft auch bei extremer Hitze besonders gesundheitsgefĂ€hrdend. Statt dagegen vorzugehen, hĂ€tten CDU/CSU und SPD das Problem sogar noch vergrĂ¶ĂŸert, indem sie den Zeitraum, in dem Saisonarbeiter nicht voll sozial abgesichert sind, sogar noch deutlich verlĂ€ngert hĂ€tten. "Das ist verantwortungslos und zeigt einmal mehr, dass es in der Bundesregierung völlig an einer sozialdemokratischen Handschrift fehlt, die wirklich fĂŒr mehr Schutz und Respekt fĂŒr alle hart arbeitenden Menschen in diesem Land sorgt."

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