Windkraftbranche erwartet 2025 deutlich stÀrkeren Ausbau
15.01.2025 - 13:55:42 | dpa.deGrund ist eine Rekordzahl an neu genehmigten WindrĂ€dern im vergangenen Jahr. BranchenverbĂ€nde forderten die neue Bundesregierung dazu auf, dass der Windenergieausbau ungebremst weitergehen mĂŒsse. Er sichere die Energieversorgung, reduziere die Kosten fĂŒr Strom und schaffe ArbeitsplĂ€tze.
Rekordjahr bei Genehmigungen
2024 wurden so viele neue WindrÀder an Land in Deutschland genehmigt wie nie zuvor. Rund 2.400 Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 14 Gigawatt Leistung wurden bundesweit von den Behörden neu zugelassen, wie der Bundesverband Windenergie und der Verband VDMA Power Systems mitteilten. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 85 Prozent. Im Durchschnitt dauert es etwas mehr als zwei Jahre, bis nach der Genehmigung ein Windrad errichtet wird und den ersten Strom ins Netz einspeist.
Weniger neue WindrÀder ans Netz gegangen
Neu in Betrieb gingen im vergangenen Jahr 635 Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 3,25 Gigawatt. Das waren neun Prozent weniger als im Vorjahr. Die installierte Leistung erhöhte sich damit auf rund 63,5 Gigawatt. Die meisten neuen WindrÀder gingen in Nordrhein-Westfalen (154) in Betrieb, dahinter folgte Niedersachsen (127). Im Freistaat Bayern waren es hingegen nur 8 neue WindrÀder.
Weil auch alte WindrÀder stillgelegt wurden, lag der sogenannte Netto-Zuwachs an Windenergieleistung bei rund 2,5 Gigawatt. Zum Vergleich: Ein herkömmliches Atomkraftwerk hat eine Leistung von 1 bis 1,4 Gigawatt. Deutschland stieg im April 2023 aus der Atomkraft aus.
Deutliches Plus erwartet
FĂŒr das laufende Jahr 2025 erwarten die VerbĂ€nde einen Zubau in Höhe von 4,8 bis 5,3 Gigawatt. Das politische Ausbauziel fĂŒr 2024 wurde jedoch verfehlt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht eine installierte Gesamtleistung von 69 Gigawatt vor. FĂŒr 2025 wird kein Ziel genannt, fĂŒr 2026 ist es eine Leistung von 84 Gigawatt. Es dĂŒrfte aus Branchensicht ambitioniert werden, dieses Ziel zu erreichen.
Dennis Rendschmidt, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von VDMA Power Systems, sprach von einem erheblichen Nachholbedarf. Nur mit einem entschlossenen Abbau von HĂŒrden könnten Genehmigungen zĂŒgig in realisierte Projekte ĂŒberfĂŒhrt werden. So mĂŒssten etwa Anforderungen an GroĂraum- und Schwerlasttransporte vereinheitlicht, die Verkehrsinfrastruktur modernisiert und die NetzanschlĂŒsse beschleunigt werden.
Vor Ort gibt es allerdings oft Proteste gegen den Bau von WindrĂ€dern. In der Kritik stehen auch Konflikte mit dem Natur- und Artenschutz sowie milliardenschwere Subventionen fĂŒr die erneuerbaren Energien.
Bedeutung der Windkraft
WindrĂ€der an Land spielen eine SchlĂŒsselrolle in der Strategie der Bundesregierung, um Klimaschutzziele zu erreichen und damit Deutschland von fossilen Energien wie Kohle und Gas zu emanzipieren. Das Ziel der Regierung lautet: 80 Prozent des Stroms sollen 2030 aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Im vergangenen Jahr waren es nach Branchenangaben 55 Prozent.
Im Jahr 2024 wurden nach Angaben der VerbÀnde mit WindrÀdern an Land fast 112 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Demnach war die Windenergie an Land mit einem Anteil von mehr als einem Viertel der wichtigste EnergietrÀger zur Stromerzeugung in Deutschland.
Windstrom aus dem Norden muss in den SĂŒden
Die Windenergie baue ihre FĂŒhrungsrolle als wichtigster EnergietrĂ€ger im deutschen Strommix aus, sagte BĂ€rbel Heidebroek, PrĂ€sidentin des Bundesverbands Windenergie. Eine Hauptaufgabe der neuen Bundesregierung werde es sein, zu schauen, wie Netze effizienter genutzt werden könnten.
AusgleichsmaĂnahmen gegen EngpĂ€sse im Stromnetz kosten jedes Jahr Milliarden. Dabei geht es um Eingriffe der Netzbetreiber in die Stromerzeugung wie eine Abregelung von WindrĂ€dern, um eine Ăberlastung zu vermeiden. Um das kĂŒnftig zu verhindern, sollen Tausende Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden. Diese sollen den vor allem im Norden produzierten Windstrom in die groĂen Industriezentren des SĂŒdens bringen.
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