Nach Defekt: Wadephul reist per Linie zu SĂŒdamerika-Gipfel
08.11.2025 - 12:45:11AuĂenminister Johann Wadephul ist wegen eines defekten Regierungsflugzeugs gegen Mittag per Linienflug zu einem EU-Lateinamerika-Gipfel in Kolumbien gereist. Der in Schleswig-Holstein lebende CDU-Politiker startete nach Angaben des AuswĂ€rtigen Amts von Hamburg aus Richtung Bogota. Von der kolumbianischen Hauptstadt aus war geplant, dass er ebenfalls zunĂ€chst per Linienflug zu dem Treffen in Santa Marta am Karibischen Meer im Norden des Landes fliegt.Â
Wadephul soll Kanzler Friedrich Merz (CDU) bei dem Treffen vertreten. Am modernen Regierungsflugzeug vom Typ Airbus A350 der Flugbereitschaft der Bundeswehr war nach Angaben eines Sprechers der Luftwaffe ein Defekt an einer Anlage aufgetreten, die zum Schutz vor Vereisung dient. Die entsprechenden Ersatzteile seien bestellt.Â
Auch die Deutsche Presse-Agentur wollte den Minister bei der Reise begleiten.
Was will Wadephul in Lateinamerika erreichen?
Beim Gipfel in Kolumbien will Wadephul angesichts der protektionistischen Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump und der AbhĂ€ngigkeit von China bei den sogenannten seltenen Erden die Zusammenarbeit mit den Staaten der Region vertiefen. Von der Diversifizierung der Lieferketten ĂŒber die Zusammenarbeit bei der Förderung und Verarbeitung wichtiger Rohstoffe, von digitalen Technologien bis hin zu FachkrĂ€ften â «unsere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sind riesig â wir mĂŒssen sie nur ergreifen und nutzen», erklĂ€rte Wadephul vor seiner Abreise.
Seltene Erden stecken etwa in Bildschirmen von Smartphones oder Fernsehern, aber auch in den Antrieben fĂŒr Elektromotoren, in Halbleitern oder Turbinen.
Freihandelsabkommen wichtiges Beratungsthema in Kolumbien
Schon heute gebe es mit vielen LĂ€ndern in Lateinamerika und der Karibik starke Partnerschaften, erklĂ€rte Wadephul. In Kolumbien wolle man auch darĂŒber sprechen, wie das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten schnell ĂŒber die Ziellinie gebracht und mit Leben gefĂŒllt werden könne, genau wie die Abkommen mit Chile, Mexiko und anderen Partnern in der Region. Die Abkommen könnten Lieferketten und Widerstandskraft stĂ€rken sowie Wachstumsimpulse sein.Â
Ăber das Abkommen zwischen der EU und den vier Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay wird seit 1999 verhandelt. Die neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern wĂ€re laut EU-Kommission die weltweit gröĂte dieser Art und soll auch ein Zeichen gegen die protektionistische Zollpolitik von Trump setzen. Zölle und Handelsbarrieren zwischen EU und Mercosur-Staaten sollen weitestgehend abgebaut werden.
Weiterreise nach Bolivien geplant
Am Sonntag wollte Wadephul nach Bolivien weiterreisen, um GesprĂ€che mit der neugewĂ€hlten Regierung zu fĂŒhren. Bolivien gilt als rohstoffreich und wichtiger Lieferant des fĂŒr die Batterieproduktion wichtigen Lithiums.Â
Am Dienstag und Mittwoch will der Minister in der kanadischen Provinz Ontario am Treffen der AuĂenminister der G7-LĂ€nder wirtschaftsstarker Demokratien teilnehmen.


