Bis zu 690 000 mehr PflegekrÀfte in den nÀchsten 25 Jahren benötigt
24.01.2024 - 13:52:02Das wĂ€re ein Plus von rund einem Drittel im Vergleich zum Jahr 2019, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch in Wiesbaden mit. Zur Jahrhundertmitte wĂŒrden dann rund 2,15 Millionen Menschen in der Pflege benötigt. FĂŒr das Vor-Corona-Jahr 2019 gab das Bundesamt einen Bedarf von 1,62 Millionen PflegekrĂ€ften an.
Vier Berufsgruppen sind den Statistikern zufolge maĂgeblich fĂŒr die PflegetĂ€tigkeit: Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Krankenpflegehilfe, Altenpflege sowie Altenpflegehilfe. Die Vorausberechnung erfasste die BeschĂ€ftigten, die in diesen Berufen tĂ€tig sind.
Zur Entwicklung der Zahl an PflegekrÀften wurden zwei Varianten mit unterschiedlichem Fokus auf demografischen und gesellschaftlichen VerÀnderungen vorausberechnet:
Bei der "Trend-Variante" berĂŒcksichtigte das Bundesamt neben der demografischen Entwicklung auch die positiven Trends am Pflegearbeitsmarkt aus den 2010er Jahren. Danach steigt die Zahl der erwerbstĂ€tigen PflegekrĂ€fte bis 2034 auf 1,74 Millionen und bis 2049 auf 1,87 Millionen an. Damit wĂŒrden letztlich 280 000 PflegekrĂ€fte fehlen.
Die "Status quo-Variante" zeigt dagegen ausschlieĂlich die Auswirkungen der demografischen Entwicklungen auf die kĂŒnftige Zahl an PflegekrĂ€ften. Nach dieser Variante wĂŒrde die Zahl der PflegekrĂ€fte von 1,62 Millionen im Jahr 2019 zunĂ€chst bis 2034 auf 1,48 Millionen und bis 2049 auf 1,46 Millionen sinken. Hauptgrund fĂŒr diese Entwicklung ist, dass groĂe Teile der Babyboomer-Generation in den nĂ€chsten zehn Jahren das Renteneintrittsalter erreichen.
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte nach Bekanntgabe der Prognose die Pauschalisierung von PflegekrĂ€ften. Ihr Vorstand Eugen Brysch sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Alle Pflegeberufe beim zukĂŒnftigen Pflegebedarf in einen Topf zu werfen, ist ein Fehler. SchlieĂlich sind die Bedingungen und Anforderungen in KrankenhĂ€usern anders als in Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten." Zudem mahnte er Bund und LĂ€nder, sie dĂŒrften sich keine weiteren Flops bei der Anwerbung auslĂ€ndischer PflegekrĂ€fte leisten. "In zehn Jahren konnten nur 7700 NeubeschĂ€ftigte gezĂ€hlt werden. Anstatt weiter Millionen von Euros zu verbrennen, haben die Anerkennung und Förderung von BerufsabschlĂŒssen schneller zu erfolgen."
Der PrÀsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, kritisierte insbesondere die Bundespolitik und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD): "Minister Lauterbach sieht tatenlos zu, wie sich die Situation immer weiter verschlimmert: Immer mehr PflegekrÀfte gehen in den nÀchsten Jahren in Rente und die Zahl der Auszubildenden bricht ein". In den LÀndern bahne sich eine Katastrophe an.

