Rassistischer Brandanschlag:Â Anklage wegen Beihilfe erhoben
13.11.2023 - 12:36:09Die Bundesanwaltschaft hat wegen eines rassistischen Brandanschlags auf ein Asylbewerberheim im saarlĂ€ndischen Saarlouis vor mehr als 30 Jahren Anklage gegen einen zweiten Mann erhoben. Gegen ihn bestehe der Verdacht der Beihilfe zu Mord und Beihilfe zu versuchtem Mord von 20 Menschen, teilt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Der VerdĂ€chtige vertrete eine «von nationalsozialistischen und rassistischen Ăberzeugungen geprĂ€gte Ideologie».
Bei dem Brand des Asylbewerberheims 1991 in Saarlouis starb der 27-jĂ€hrige Asylbewerber Samuel Yeboah aus dem westafrikanischen Ghana. Zwei andere Hausbewohner sprangen aus einem Fenster und brachen sich Knochen. 18 weitere Bewohner konnten unverletzt fliehen. Der VerdĂ€chtige soll sich laut Mitteilung kurz vor dem Anschlag positiv ĂŒber rassistische AnschlĂ€ge geĂ€uĂert und so den spĂ€teren Brandstifter beeinflusst haben.
52-JĂ€hriger zu sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt
Dieser, ein heute 52-JĂ€hriger, war erst im Oktober fĂŒr den tödlichen Anschlag vom Oberlandesgericht Koblenz unter anderem wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Er hatte das Feuer nach Ansicht des Gerichts aus rassistischen Motiven gelegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig.
Im Prozess vor dem OLGÂ Koblenz war der nun angeschuldigte Mann von mehreren Zeugen als AnfĂŒhrer der damaligen Skinhead-Szene bezeichnet worden. Er sitzt bereits seit Anfang Juni dieses Jahres in Untersuchungshaft.
Laut Mitteilung vom Montag soll er in der Nacht vom 18. auf den 19. September 1991 unter anderem mit dem bereits Verurteilten eine GaststĂ€tte in Saarlouis besucht haben. Dabei habe die Gruppe auch ĂŒber rassistische AnschlĂ€ge im Osten Deutschlands gesprochen. Der Mann habe deutlich gemacht, dass er solche AnschlĂ€ge auch in Saarlouis gut fĂ€nde, heiĂt es weiter. Er soll gesagt haben: «Hier mĂŒsste auch mal sowas brennen oder passieren.» Der nun bereits Verurteilte soll durch diese Aussage beeinflusst und bestĂ€rkt worden sein. Das Gericht muss nun ĂŒber die Zulassung der Anklage entscheiden.


