Wahlen

Bundestag stimmt gegen NeuauszÀhlung der Bundestagswahl

18.12.2025 - 20:55:48

Der Bundestag hat sich am Donnerstag gegen eine NeuauszÀhlung der Bundestagswahl ausgesprochen.

427 Abgeordnete stimmten fĂŒr die Beschlussempfehlung des WahlprĂŒfungsausschusses, eine NeuauszĂ€hlung abzulehnen, und 129 dagegen. Eine Person enthielt sich.

Im WahlprĂŒfungsausschuss hatten sich zuvor Union, SPD, GrĂŒne und Linke gegen eine NeuauszĂ€hlung ausgesprochen und die AfD dafĂŒr. Anlass der Abstimmung waren zwei EinsprĂŒche gegen das Wahlergebnis des "BĂŒndnis Sahra Wagenknecht" (BSW). Die Partei war bei der Bundestagswahl knapp an der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde gescheitert. FĂŒr einen Einzug in den Bundestag fehlten nur 9.529 Stimmen. "Das BSW hat etwa 20 WahleinsprĂŒche substanziiert vorgetragen bei 95.109 Wahlbezirken", sagte Carsten MĂŒller (CDU) in seiner Rede im Bundestag. "Kein einziger dieser circa 20 EinzelvortrĂ€ge hat sich bei ÜberprĂŒfung erwiesen. In der Regel ist genau das Gegenteil herausgekommen." Fabian Jacobi von der AfD-Fraktion trug die Argumente des BSW vor. Demnach sei es vorgekommen, dass "fĂŒr das BĂŒndnis Sahra Wagenknecht abgegebene Stimmen versehentlich fĂŒr die Partei BĂŒndnis Deutschland gezĂ€hlt worden seien". Das möge so sein oder auch nicht, sagte Jacobi. "Die vorgetragenen UmstĂ€nde legen es nahe, dass es so sein könnte. Derzeit wissen wir es aber nicht. AusrĂ€umen ließe sich diese Ungewissheit nur durch eine NachzĂ€hlung." Johannes Fechner (SPD) dankte den Landeswahlleitern fĂŒr die "umfangreiche Fleißarbeit" und verwies auf Ergebnisse von NachprĂŒfungen. "Dass dem BSW weitere Stimmen zugerechnet wurden nach Veröffentlichung des vorlĂ€ufigen amtlichen Wahlergebnisses, das lag selten an Verwechslungen, die dort, wo sie aufgedeckt wurden, auch tatsĂ€chlich korrigiert wurden." Stattdessen hĂ€tte dies andere GrĂŒnde gehabt. "Beispielsweise wurden in einem Wahllokal Briefwahlunterlagen gefunden mit Stimmen fĂŒr alle Parteien, deshalb hat auch das BSW mehr Stimmen bekommen. Manchmal wurden in der Schnellmeldung falsche Zahlen versehentlich ĂŒbermittelt, auch das wurde korrigiert. Und in einem Wahllokal konnte das Wahlergebnis aus technischen GrĂŒnden nicht erfasst werden. Da gab es dann aber auch fĂŒr alle Parteien - nicht nur fĂŒr das BSW - mehr Stimmen", erklĂ€rte er. "Das Entscheidende ist, dass wir nicht ins Blaue hinein auf Basis von Vermutungen oder bloßen Möglichkeiten eine NeuauszĂ€hlung vornehmen können." Das habe das Bundesverfassungsgericht ganz klar in seinem Urteil zur Wahl in Berlin gesagt, so Fechner.

@ dts-nachrichtenagentur.de