Gewalt, Schulen

Gewalt an Schulen: Lehrer rufen zu konsequentem Eingreifen auf

19.03.2024 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Deutsche Lehrerverband hat angesichts der Zunahme von Gewalt an Schulen zu mehr Vorbeugungsarbeit und entschlossenem Einschreiten durch LehrkrÀfte und Behörden aufgerufen.

Klassenraum in einer Schule (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Klassenraum in einer Schule (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Gegen Gewalt hilft gezielte PrĂ€vention und konsequente Intervention", sagte VerbandsprĂ€sident Stefan DĂŒll dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Schulen leisten das mit den ihnen zur VerfĂŒgung stehenden Möglichkeiten, mit der pĂ€dagogischen Expertise der LehrkrĂ€fte", so DĂŒll. "Es braucht dabei klare Regeln fĂŒr das Miteinander, klare Ansagen bei VerstĂ¶ĂŸen, gegebenenfalls die Einschaltung der Polizei." Der VerbandsprĂ€sident fĂŒhrt die wachsende Zahl an Delikten auf schwindenden Respekt und gesellschaftliche Verrohung zurĂŒck, aber auch auf eine wachsende Zahl an SchĂŒlern mit Flucht- und Gewalterfahrungen: "Die Missachtung von AutoritĂ€t und Regeln, eine diffuse Vorstellung von Ehre sowie Imponiergehabe erhöhen die Gewaltbereitschaft bis hin zur tĂ€glichen MitfĂŒhrung von Messern fĂŒr eine vermeintliche Selbstverteidigung. All das ist eingebettet in ein gesamtgesellschaftliches Klima verbaler Aggression und Bedrohung im politischen Diskurs wie auf den sozialen Plattformen und zum Teil auch von Gewalt gegen Sachen und die Polizei", erklĂ€rte DĂŒll.

"Zudem hat die Zahl an jungen Menschen mit Gewalterfahrung durch Krieg und Flucht zugenommen, von denen viele in beengten WohnverhĂ€ltnissen leben." Die Lehrergewerkschaft VBE warf der Politik und den zustĂ€ndigen Schulbehörden vor, das Ausmaß des Problems zu unterschĂ€tzen. So hĂ€tten rund ein Drittel der Schulleitungen in der jĂŒngsten VBE-Umfrage angegeben, dass Schulministerium oder Schulverwaltung sich des Themas nicht ausreichend annehmen, sagte der Stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Tomi Neckov, dem RND. Etwa jede fĂŒnfte Schule habe angegeben, dass die Meldung von GewaltvorfĂ€llen von den Schulbehörden unerwĂŒnscht sei. Es brauche "dringend bundeseinheitliche statistische Erfassungen, die in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden proaktiv von der Politik veröffentlicht werden", fordert er. Die Politik mĂŒsse sich schĂŒtzend vor LehrkrĂ€fte und Schulleitungen stellen. Die Umfragen unter LehrkrĂ€ften und Schulleitungen, die der Verband seit 2016 durchfĂŒhrt, bestĂ€tigten demnach den Anstieg von Gewalt an deutschen Schulen. Das sei jedoch nicht nur ein Problem der Bildungseinrichtungen: "Schulen sind ein Spiegel der Gesellschaft und Gewalt ist auf dem Schulhof ebenso ein wachsendes Problem, wie auch im Stadion oder im öffentlichen Raum allgemein", erklĂ€rte VBE-Bundesvize Neckov. "Besonders die Coronapandemie hat zu einer VerhĂ€rtung der gesellschaftlichen Fronten gefĂŒhrt, die die sich immer weiter fortsetzt", sagte er dem RND. "Ebenso sehen wir den zunehmenden Rechtsruck und die damit verbundene Gewalt als eine zunehmende Gefahr fĂŒr unsere Demokratie."

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