Ischinger, Truppen

Ischinger hĂ€lt europĂ€ische Truppen in der Ukraine fĂŒr abwegig

10.01.2025 - 06:46:40 | dts-nachrichtenagentur.de

Der ehemalige deutsche Botschafter in Washington, Wolfgang Ischinger, hĂ€lt die Idee von europĂ€ischen Friedenstruppen in der Ukraine fĂŒr "abwegig".

Bundeswehr-Soldaten (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Bundeswehr-Soldaten (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Zum einen brĂ€uchte man dafĂŒr sehr viele Truppen. Zum anderen: Wenn man eine solche Operation startet, muss man ĂŒberlegen, wie groß die Risiken sind. Was passiert denn, wenn wirklich der nĂ€chste russische Angriff beginnt? Sind wir dann imstande, diesen Angriff zurĂŒckzuschlagen?", sagte er dem "Stern". Ischinger, von 2001 bis 2006 Botschafter in Washington, spĂ€ter langjĂ€hriger Leiter der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz, glaubt nicht, dass die USA unter Donald Trump sich friedenssichernd engagieren wĂŒrden, er sieht diese Rolle eher bei anderen Staaten: "Das mĂŒssten Truppen sein aus Indien, Pakistan, Brasilien oder Indonesien, vielleicht auch die Chinesen, wenn die wollen. Und es mĂŒsste ein Mandat sein, das von der UN abgesegnet ist." GegenĂŒber Russland mĂŒsse HĂ€rte ausgesendet werden, aber auch Verhandlungsbereitschaft hinsichtlich einer möglichen Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato: "NatĂŒrlich könnte es sein, dass das am Schluss, wenn alle anderen Dinge geregelt sind, der einzige Punkt ist, der einer Lösung im Wege steht. Dann muss man darĂŒber reden."

FĂŒr einen Frieden sei in jedem Fall ein Dialog zwischen Moskau und Washington notwendig: "Wenn es diese amerikanisch-russische GesprĂ€chsebene nicht gibt, dann gibt es auch keine Ukraine-Vereinbarung". Angesichts der Drohungen Donald Trumps gegenĂŒber Kanada oder Grönland rĂ€t Ischinger nicht in Panik zu verfallen. "Er ist ein Meister der Ablenkung. Das Thema, bei dem wir eigentlich Action erwarten wĂŒrden, ist das von ihm vollmundig angekĂŒndigte Manöver, mit Putin in 24 Stunden das Ukraine-Problem zu lösen. Es deutet sich an, dass das in 24 Stunden nicht zu machen ist. Da ist es natĂŒrlich prima, wenn man ĂŒber Panama, Grönland und Kanada Dinge sagen kann, ĂŒber die sich alle Welt aufregt." Ischinger, von 2001 bis 2006 Botschafter in Washington, sieht allerdings die Gefahr, dass die Polemiken des Trump-GefĂ€hrten Elon Musk gegenĂŒber auslĂ€ndischen Politikern das Vertrauen in die Rolle der USA als "gutmĂŒtigen Hegemon" dramatisch sinken lassen. "Die USA riskieren, diese Rolle zu verlieren, wenn sie wie ein SchulhofschlĂ€ger in der Weltgeschichte operieren." Auch hier empfiehlt er Gelassenheit: "Wir dĂŒrfen uns nicht aus der Ruhe bringen lassen durch einen demokratisch von niemandem legitimierten reichen Amerikaner. Musk ist ein wichtiger Industrieller, der Freude an politischen Einlassungen hat, die große Unkenntnis der VerhĂ€ltnisse in Deutschland an den Tag legen."

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