Leihen, Bosse

Leihen statt kaufen: Bosse erklÀren Bayern-Marschroute

22.08.2025 - 20:35:24

Der FC Bayern hat nach mehreren namhaften AbgĂ€ngen trotz Zugang Luis DĂ­az Handlungsbedarf in der Offensive. Die VereinsfĂŒhrung hat dabei aber die Finanzen und Spielzeit fĂŒr seine Talente im Blick.

Die oberste VereinsfĂŒhrung des FC Bayern MĂŒnchen hat unmittelbar vor Anpfiff der 63. Bundesliga-Saison die Entscheidung fĂŒr eine Leihe und gegen den Kauf eines weiteren Offensivspielers begrĂŒndet. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (57) stimmte aber Sportvorstand Max Eberl (51) vor dem Heimspiel des deutschen Fußball-Meisters gegen RB Leipzig zu, dass im Angriff Handlungsbedarf bestehe.

Dreesen: Suchen noch einen Spieler

«Deswegen suchen wir noch einen Spieler, weil wir in der Offensive sicherlich noch eine weitere VerstĂ€rkung gebrauchen können», sagte Dreesen. Der Vorstandsvorsitzende verwies aber auch auf die Bedeutung einer Perspektive fĂŒr junge Spieler beim Rekordmeister. Vor einem Jahr habe man «einen breiteren Kader» gehabt. Die Offensivspieler Thomas MĂŒller, Leroy SanĂ©, Kingsley Coman und Mathys Tel haben die MĂŒnchner verlassen. 

«Da ist dann die Diskussion, dass die Talente nicht zum Zuge kommen. Also irgendwas passt immer nicht», argumentierte Dreesen: «Eines ist doch klar: Wir können junge Talente nur mehr ans Spielen bringen, wenn sie auch eine Chance bekommen. Und wenn wir jede Position doppelt und dreifach oder noch mehr besetzen, dann wird es komplizierter.» 

Sportvorstand Eberl hatte am Donnerstag betont, dass auf dem Transfermarkt das Kaufen eines QualitĂ€tsspielers leichter sei als ein LeihgeschĂ€ft. Es gelte nun, den Markt zu eruieren, sagte er kurz vor dem Anpfiff bei Sky. «Die Transferperiode ist noch lang, am 26., 27., 28. kommen meistens noch ganz verrĂŒckte Dinge auf. Im besten Fall mĂŒssen wir nicht so lange warten, aber wir werden auch keinen Schnellschuss tĂ€tigen.» Bis zum 1. September können in der Bundesliga noch Spieler verpflichtet werden.

Herbert Hainer (71) verwies als PrĂ€sident und Vorsitzender des Aufsichtsrates um die einflussreichen Ex-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge auch auf wirtschaftliche Faktoren. Obwohl der Verein bereit gewesen wĂ€re, deutlich mehr als 50 Millionen Euro fĂŒr Nationalspieler Nick Woltemade (VfB Stuttgart) oder sogar ĂŒber 100 Millionen Euro fĂŒr den dann jedoch von Bayer Leverkusen zum FC Liverpool gewechselten Wunschspieler Florian Wirtz auszugeben.

Hainer: Auch eine Leihe kostet Geld

«Wir sind auf der einen Seite auch sehr vorsichtige Kaufleute. Auf der anderen Seite haben wir auch 75 Millionen Euro fĂŒr Luis Diaz ausgegeben», sagte Hainer in Bezug auf Wirtz und Woltemade. Der FlĂŒgelstĂŒrmer kam vom FC Liverpool. «Es ist ja nicht so, dass wir kein Geld ausgeben», erklĂ€rte Hainer: «Auch eine Leihe kostet Geld. Sie mĂŒssen die LeihgebĂŒhr und das Gehalt des Spielers bezahlen.» 

Der FC Bayern sei bekannt dafĂŒr, dass er stets den sportlichen Erfolg in Verbindung mit wirtschaftlicher StabilitĂ€t suche, ergĂ€nzte Hainer: «Das ist das, was wir immer machen werden. Und deswegen haben wir so gehandelt, wie wir handeln.»

@ dpa.de