FC Bayern München, SV Elversberg

FC Bayern müht sich zu Auswärtssieg beim Aufsteiger SV Elversberg

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 19:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der FC Bayern müht sich beim Bundesliga-Neuling SV Elversberg zu einem 2:1-Auswärtssieg und verhindert damit einen weiteren Rückschlag nach dem Remis auf Schalke. Ein früher Führungstreffer, der Ausgleich des Aufsteigers und ein spätes Tor von Harry Kane prägen das Spiel.

  • Harry Kane erzielte das 2:1 für den FC Bayern München. - Bild: Uwe Anspach/dpa
    Harry Kane erzielte das 2:1 für den FC Bayern München. - Bild: Uwe Anspach/dpa
  • Elversberg-Trainer Vincent Wagner (l) durfte nach der Aufhebung seiner Gelb-Rot-Sperre gegen den FC Bayern München auf der Bank sitzen. - Bild: Uwe Anspach/dpa
    Elversberg-Trainer Vincent Wagner (l) durfte nach der Aufhebung seiner Gelb-Rot-Sperre gegen den FC Bayern München auf der Bank sitzen. - Bild: Uwe Anspach/dpa
  • Auf die Bayern-Profis warteten in Elversberg außergewöhnliche Rahmenbedingungen. - Bild: Uwe Anspach/dpa
    Auf die Bayern-Profis warteten in Elversberg außergewöhnliche Rahmenbedingungen. - Bild: Uwe Anspach/dpa
  • Der Elversberger Jubel über das Tor von Cole Campbell kam zu früh.  - Bild: Uwe Anspach/dpa
    Der Elversberger Jubel über das Tor von Cole Campbell kam zu früh. - Bild: Uwe Anspach/dpa
Harry Kane erzielte das 2:1 für den FC Bayern München. - Bild: Uwe Anspach/dpa Elversberg-Trainer Vincent Wagner (l) durfte nach der Aufhebung seiner Gelb-Rot-Sperre gegen den FC Bayern München auf der Bank sitzen. - Bild: Uwe Anspach/dpa Auf die Bayern-Profis warteten in Elversberg außergewöhnliche Rahmenbedingungen. - Bild: Uwe Anspach/dpa Der Elversberger Jubel über das Tor von Cole Campbell kam zu früh.  - Bild: Uwe Anspach/dpa

Der FC Bayern München hat beim Bundesliga-Neuling SV Elversberg einen mühevollen 2:1-Auswärtssieg gefeiert und damit einen weiteren Rückschlag nach dem 0:0 bei Schalke 04 vermieden.

Knappes Ergebnis beim Sensations-Aufsteiger

Beim Abschluss des 3. Spieltages tat sich der deutsche Rekordmeister lange schwer und schrammte knapp an einer Blamage vorbei. Vor 9.307 Zuschauern brachte Lennart Karl die Münchner in der 26. Minute in Führung. Nach der Pause glich Maurice Krattenmacher in der 61. Minute aus, bevor Harry Kane die Bayern in der 72. Minute mit seinem Treffer erlöste.

Durch den Erfolg schob sich Bayern München mit nun sieben Punkten auf Tabellenrang vier vor. Elversberg kassierte zwar die erste Niederlage der Saison, steht mit sechs Zählern aber weiterhin auf einem starken sechsten Platz.

David gegen Goliath mit besonderen Rahmenbedingungen

Das Duell zwischen dem Dorfverein aus dem Saarland und dem Starensemble aus der bayerischen Millionenmetropole hatte schon im Vorfeld große Aufmerksamkeit ausgelöst. Der Gegensatz zwischen beiden Klubs gilt als einer der größten in der langen Geschichte der Bundesliga. Für zusätzliche Gesprächsthemen sorgten die besonderen Reise- und Stadionumstände für die Bayern-Profis.

Die Münchner waren mit zwei Privatflugzeugen nach Luxemburg gereist, hatten dort in einem Fünf-Sterne-Hotel übernachtet und legten die letzte Strecke per Bus zurück. In Elversberg mussten sich Harry Kane und seine Mitspieler auf einer Stadion-Baustelle in Containern umziehen. Trainer Vincent Kompany bewertete die ungewohnten Bedingungen gelassen und hob hervor, dies sei ein Teil dessen, was die Bundesliga besonders mache.

Kampf um die Trainerbank und unterschiedliche Startelf-Strategien

Für Diskussionen sorgte im Vorfeld auch die Frage, ob Elversberg-Trainer Vincent Wagner nach seiner Gelb-Roten Karte beim 4:3-Erfolg in Mönchengladbach gesperrt bleiben würde. Der Coach setzte sich schließlich erfolgreich für die Aufhebung der Sperre ein und durfte gegen die Bayern an der Seitenlinie stehen.

Kompany änderte seine Startelf im Vergleich zum 5:0-Sieg in der Champions League gegen Bodø/Glimt gleich auf sieben Positionen. Unter anderem saßen Torwart-Routinier Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Jamal Musiala und Luis Diaz zunächst nur auf der Bank. Wagner vertraute dagegen der gleichen Formation und einem offensiven Ansatz, den er vor Anpfiff mit „Vollgas – so wie wir immer spielen“ beschrieb.

Frühe Schreckmomente und behäbiger Favorit

Bereits nach wenigen Minuten musste Elversberg einen Rückschlag verkraften: Francis Onyeka verletzte sich nach einem Foul an Ismael Saibari und konnte nicht weiterspielen, Noah Darvich kam für ihn in die Partie. Der Außenseiter wagte sich nach gut einer Viertelstunde erstmals mutig nach vorn und kam prompt zur ersten Chance, als eine scharfe Flanke von Lukas Petkov von Bayern-Verteidiger Minjae Kim ans Außennetz des eigenen Tores abgefälscht wurde.

Bayern wirkte insgesamt behäbig und kam erst in der 20. Minute zum ersten Torschuss, als Karl aus der Distanz zu zentral zielte und Elversberg-Keeper Nicolas Kristof keine Mühe hatte. In der Offensive tat sich Michael Olise auf der Zehnerposition hinter Mittelstürmer Kane schwer, entscheidende Impulse zu setzen.

VAR-Eingriff und Wende durch Dreifach-Wechsel

Wie oft reichte den Münchnern ein starker Moment zur Führung: Saibari setzte sich auf der linken Seite durch und flankte quer durch den Strafraum auf Karl, der aus kurzer Distanz zum 1:0 vollendete. Kurz vor der Pause jubelte Elversberg über den vermeintlichen Ausgleich durch Cole Campbell, doch der Treffer wurde nach längerer Überprüfung wegen einer Abseitsstellung vom Video-Assistenten aberkannt.

Nach dem Wechsel gelang Krattenmacher, der im Sommer aus München nach Elversberg gewechselt war, mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel der verdiente Ausgleich. Darauf reagierte Kompany mit einem Dreifach-Wechsel und brachte Kimmich, Musiala und Diaz. Die zusätzliche Offensivkraft setzte Elversberg zunehmend unter Druck, bis Kane schließlich den Siegtreffer erzielte. In der Schlussphase verteidigten die Bayern den knappen Vorsprung und nahmen die drei Punkte mit nach München.

Schwerer Arbeitssieg gegen mutigen Aufsteiger

Der knappe Erfolg des FC Bayern in Elversberg zeigt, wie anspruchsvoll Auswärtsspiele bei engagierten Aufsteigern in der Bundesliga geworden sind. Der Rekordmeister musste sich bei einem Gegner behaupten, der seinen offensiven Stil beibehielt und trotz klarer struktureller Nachteile selbstbewusst auftrat. Das 2:1 nach früher Führung, Ausgleich und spätem Siegtreffer verweist auf eine Partie, in der der Favorit lange nicht zur gewohnten Dominanz fand.

Kaderrotation und mentale Komponente

Die starke Rotation von Trainer Vincent Kompany mit sieben Veränderungen gegenüber dem Champions-League-Sieg unterstreicht den Spagat zwischen Belastungssteuerung und Ergebnissicherheit. Dass zentrale Führungsspieler wie Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Jamal Musiala zunächst nur auf der Bank saßen, erhöhte den Anspruch an die zweite Reihe. Die Mühen der Bayern verdeutlichen, wie sensibel das Zusammenspiel von eingespielten Abläufen, Hierarchien im Team und Spielrhythmus ist – gerade wenn körperliche und mentale Umstellung auf ungewohnte Bedingungen hinzukommen.

Bedeutung für Tabellenbild und Elversberger Perspektive

Tabellarisch bleibt der Sieg für die Münchner wichtig: Mit sieben Punkten und Rang vier hält der Rekordmeister Anschluss an die Spitze und vermeidet eine größere Diskussion über einen Fehlstart. Für Elversberg ist die knappe Niederlage trotz ärgerlicher Szenen wie des zurückgenommenen Treffers ein weiterer Beleg dafür, dass der Verein im Oberhaus konkurrenzfähig ist. Der Treffer des Ex-Bayern-Spielers Maurice Krattenmacher und die selbstbewusste Spielweise stärken das Bild eines Aufsteigers, der seine Chancen sucht und sich durch Rückschläge nicht aus der Bahn bringen lässt. Für Fans verdeutlicht das Duell, wie attraktiv die Liga auch abseits der großen Arenen ist.

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