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Bau sechs neuer Atomkraftwerke in Frankreich verzögert sich

17.03.2025 - 18:00:16

Der geplante Bau sechs neuer Atomkraftwerke in Frankreich verzögert sich.

Eine Inbetriebnahme eines ersten der neuen Reaktoren werde fĂŒr 2038 angestrebt, wĂ€hrend bisher mit 2035 geplant wurde, teilte der ÉlysĂ©e-Palast nach Beratungen des Rats fĂŒr Nuklearpolitik (CPN) unter Leitung von PrĂ€sident Emmanuel Macron mit. Der wieder verstaatlichte Stromkonzern EDF FR0010242511 sei zu einer verstĂ€rkten Termin- und Kostenkontrolle angewiesen worden.

Zur Finanzierung der Baukosten der sechs neuen Reaktoren, die EDF zuletzt mit 67,4 Milliarden Euro veranschlagt hatte, wird ein zinsgĂŒnstiges Staatsdarlehen angestrebt, das mindestens die HĂ€lfte der Baukosten abdecken soll. Die Finanzierung soll an einen staatlich garantierten Verkaufspreis fĂŒr Strom aus den neuen Reaktoren gekoppelt werden.

EndgĂŒltige Investitionsentscheidung nĂ€chstes Jahr

Wie es aus dem ÉlysĂ©e-Palast hieß, sollten auf dieser Grundlage in den nĂ€chsten Wochen die GesprĂ€che zwischen dem Staat und EDF abgeschlossen werden. Das Finanzierungsmodell solle dann der EU-Kommission vorgelegt werden, um 2026 zu einer endgĂŒltigen Investitionsentscheidung zu kommen.

Um die mittel- bis langfristige Versorgung Frankreichs mit Uran zu gewĂ€hrleisten, wĂ€hrend etliche LĂ€nder wieder neue AKW bauen wollen, bestĂ€tigte der Rat fĂŒr Nuklearpolitik geplante Investitionen in die WiederaufarbeitungskapazitĂ€ten des Atomkonzerns Orano.

Anders als Deutschland setzt Frankreich fĂŒr seine Energieversorgung und das Erreichen von Klimaschutzzielen weiter auf den Ausbau der Atomkraft. GrundsĂ€tzlich wird der Bau von 14 oder möglicherweise noch mehr neuer Kraftwerke in ErwĂ€gung gezogen. Frankreich liegt mit aktuell 57 Reaktoren hinter den USA auf Platz zwei der grĂ¶ĂŸten Produzenten von Atomstrom weltweit.

@ dpa.de | FR0010242511 PRODUKTION/ABSATZ