Notz, Sabotage

Von Notz warnt vor Sabotage durch Russland

11.06.2025 - 19:51:43

Der GrĂŒnen-Sicherheitspolitiker Konstantin von Notz fordert eine massive StĂ€rkung der deutschen Nachrichtendienste.

Grund seien die feindlichen AktivitÀten Russlands, sagte er dem "Spiegel". "Sabotage, Cyberangriffe, das AusspÀhen von MilitÀranlagen und kritischer Infrastruktur durch Drohnen - all das findet fast tÀglich in Deutschland statt", sagte von Notz. "Leider nehmen viele noch immer nicht wahr, wie ernst die Lage ist."

Die AggressivitĂ€t von LĂ€ndern wie Russland, aber auch China, Nordkorea oder Iran habe massiv zugenommen. "Deutschland ist das primĂ€re Angriffsziel hybrider Attacken in Europa." Der Bundesnachrichtendienst (BND) und der Verfassungsschutz seien hierfĂŒr nicht gut genug ausgestattet, so der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums. Die Abwehr von Spionage und Sabotage habe lange praktisch keine Rolle gespielt. "Jetzt mĂŒssen wir dringend neue KapazitĂ€ten aufbauen. Unsere Nachrichtendienste brauchen mehr Mitarbeiter, sie mĂŒssen aber auch besser werden", sagte von Notz. "Sie brauchen eine technische wie personelle StĂ€rkung." Die USA steckten ein Vielfaches in ihre Nachrichtendienste, so der GrĂŒnen-Politiker. Zwar könne man nicht alle Probleme mit Geld lösen. "Aber wenn der Verfassungsschutz oder der BND deutlich besser ausgestattet wĂŒrden, wĂŒrde das auch ihre EffektivitĂ€t und Schlagkraft enorm erhöhen." Union und SPD wirft von Notz vor, die Gefahr aus Moskau zu lange unterschĂ€tzt zu haben. "Im Kanzleramt hat man sich jahrelang die Situation schöngeredet und die Bedrohung nicht wahrhaben wollen", sagte er. "Das betrifft vor allem die Regierung von Angela Merkel, aber auch das Kanzleramt unter Olaf Scholz." Jahrelang sei von Politikern von Union und SPD die reale Sicherheitslage vom Willen verdeckt worden, Wirtschaftsprojekte wie die Nord-Stream-Pipelines durchzuboxen. "Viele PartnerlĂ€nder haben gesagt: Was macht ihr da eigentlich, das ist doch verrĂŒckt", so von Notz. Auch Bedenken der Sicherheitsbehörden seien beiseitegeschoben worden.

@ dts-nachrichtenagentur.de