HausÀrzteverband: Elektronischer Patientenakte droht Bruchlandung
22.07.2025 - 06:34:09"Die Zahl der aktiven Nutzer ist ernĂŒchternd. Wenn die Verantwortlichen weiter machen wie bisher, dann wird eines der wichtigsten versorgungspolitischen Projekte der letzten Jahre langsam, aber sicher scheitern", sagte der Bundesvorsitzende des HausĂ€rzteverbandes, Markus Beier, der "Rheinischen Post".
FĂŒr Patienten wĂ€re das aus seiner Sicht eine schlechte Nachricht, "denn eine gut umgesetzte ePA hĂ€tte zweifellos das Potenzial, die Versorgung spĂŒrbar zu verbessern und zu vereinfachen".
Beier verwies auf Probleme in der Praxis, etwa einen komplizierten Registrierungsprozess und eine störanfĂ€llige Technik. Die meisten Patienten hĂ€tten auch kaum etwas von der ePA mitbekommen. "Die Krankenkassen sind aufgefordert, ihre riesigen Verwaltungsbudgets dafĂŒr zu nutzen, endlich eine vernĂŒnftige AufklĂ€rung ihrer Versicherten sicherzustellen", sagte er. Bislang hĂ€tten sich die Kassen darauf beschrĂ€nkt, Briefe mit allgemeinen Informationen zu verschicken.
Millionen nutzen ePA noch nicht aktiv
Millionen Versicherte nutzen ihre elektronische Patientenakte noch nicht fĂŒr sich selbst, um Gesundheitsdaten anzusehen oder auch Inhalte zu sperren. Bei der Techniker Krankenkasse (TK) sind elf Millionen E-Akten angelegt - aktiv nutzen sie aktuell 750.000 Versicherte, wie die gröĂte gesetzliche Kasse auf Anfrage mitteilte. Die Barmer hat nach eigenen Angaben 7,8 Millionen angelegte ePAs und etwa 250.000 aktive Nutzerinnen und Nutzer.
Zur ersten Verwendung der App muss man sich generell zunĂ€chst identifizieren und freischalten lassen. Bei den elf Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) mit 25,8 Millionen bestehenden E-Akten haben bisher 200.000 Versicherte dafĂŒr eine persönliche Gesundheits-ID angelegt, die ihnen den Zugriff ermöglicht.

