Parallelen des Bekenner-Manifests des Hanau-AttentÀters mit AfD-Parolen

Veröffentlicht am: 21.02.2020 um 11:56 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Der Innenexperte der FDP, Konstantin Kuhle, verweist auf die rhetorische NĂ€he des TĂ€ters von Hanau zu politischen Äußerungen von AfD-Politikern.

AfD-Plakat (Archiv), Illustration mit AI erstellt.
AfD-Plakat (Archiv), Illustration mit AI erstellt.
Es fĂ€llt mir schwer, noch einen Unterschied zwischen den abstrusen Ideen des AttentĂ€ters von Hanau und Reden von AfD-Politikern im Bundestag zu erkennen. Trennungslinien existieren da nicht mehr, so der FDP-Innenexperte in der Sendung „FrĂŒhstart“ der RTL/n-tv-Redaktion. Dies bezieht sich auf Begriffe wie „Umvolkung“ oder „Tag X“. Unter Umvolkung versteht die AfD die Ausweisung von Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund, wĂ€hrend sich der Tag X auf den angestrebten Systemwechsel bezieht. Im Bekennerschreiben des Hanauer AttentĂ€ters finden sich identische Passagen. Wenn ich mir zum Beispiel Reden des ThĂŒringer Landeschefs der AfD, Björn Höcke, anschaue, oder Bundestagsreden von Herrn Curio, dann gibt es hier definitiv keine Abgrenzungen mehr. Hier liegt auch die politische und ethische Verantwortung der AfD fĂŒr die Taten dieser sogenannten EinzeltĂ€ter. Ihre Sprache und ihr Auftreten, schĂŒren ein Klima des Hasses und der Gewalt. Das Schlimme ist, dass diese Parolen in der Öffentlichkeit und in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Der öffentliche Diskurs ist vergiftet. Die Verbindungen von Rechtsradikalismus, rechter Gewaltszene und der AfD, sollten vom Verfassungsschutz detailliert in den Blick genommen werden, fordert Kuhle. Wir sollten unser Bild von der AfD revidieren. Es gibt da nicht die VernĂŒnftigen auf der einen Seite und die ideologischen Hardliner und Irrlichter auf der anderen. Die AfD ist als Partei insgesamt den Weg in den Extremismus gegangen. Der FDP-Politiker verweist auf den Berliner AfD-Politiker Pazderski, der als Vertreter des gemĂ€ĂŸigten FlĂŒgels der Partei gilt. Das erst, was Herr Pazderski nach dem Anschlag von Hanau macht, ist ein Tweet, in dem er der Bundeskanzlerin die Verantwortung fĂŒr die Morde zuweist. Und das soll Vernunft sein, empört sich der Innenexperte. Die AfD-Mitglieder, die jetzt dieser Partei noch die Treue halten, kann sich nicht so leicht vom Vorwurf des Rechtsextremismus losmachen. Außerdem riskiere jedes Parteimitglied, das keine Konsequenzen ziehe, zukĂŒnftig ins Visier des Verfassungsschutzes zu geraten. Und das ist keine politische Denunzierung, sondern es ist eine Notwendigkeit im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Sicherheit in diesem Land, so Kuhle zur RTL/n-tv-Redaktion.

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