Iran bereitet BeschrÀnkung von Uran-Produktion vor
19.11.2024 - 20:50:01Das berichtete der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, wenige Tage nach seinen Verhandlungen in Teheran.
Der Iran habe in den vergangenen Monaten seinen Vorrat an Uran mit einem beinahe atomwaffentauglichen Reinheitsgrad von 60 Prozent um etwa 18 Kilogramm auf rund 182 Kilogramm erhöht, hieà es in Grossis nicht-öffentlichem Bericht, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Doch der Iran habe am Wochenende Vorbereitungen getroffen, damit die Menge nicht noch weiter steige, hieà es.
Diesen Schritt habe Grossi mit Blick auf die aktuellen Spannungen in der Region vorgeschlagen, sagte ein hochrangiger Diplomat in Wien. Am Vortag hatte Israels MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu mitgeteilt, dass mit dem israelischen Vergeltungsschlag gegen den Iran im Oktober auch eine Komponente des iranischen Atomprogramms beschÀdigt wurde.
IAEA-Sitzung in dieser Woche
Die mögliche SelbstbeschrĂ€nkung Teherans ist jedoch voraussichtlich von einer Resolution abhĂ€ngig, die noch diese Woche im Lenkungsgremium der IAEA abgestimmt werden soll. Sollte dieser Iran-kritische Text verabschiedet werden, wĂŒrde die Islamische Republik wohl entweder seine nuklearen AktivitĂ€ten verstĂ€rken oder IAEA-Inspektionen weiter erschweren, sagte der Diplomat.
Deutschland, Frankreich, GroĂbritannien und die Vereinigten Staaten wollen die Resolution ungeachtet des Entspannungs-Signals zur Abstimmung bringen, wie es aus diplomatischen Kreisen hieĂ. Der Grund: Laut Grossis Bericht liefert Teheran weiter keine Antworten zu mutmaĂlichen geheimen nuklearen AktivitĂ€ten in der Vergangenheit. Laut dem Resolutionsentwurf soll Grossi einen umfangreichen Iran-Bericht erstellen. Dies gilt als Vorbereitungsschritt, um möglicherweise den UN-Sicherheitsrat mit Irans Atomprogramm zu befassen.
FĂŒr einen Atomsprengkopf wĂ€ren laut Experten etwa 50 Kilogramm an 60-prozentigem Uran nötig. FĂŒr die Nutzung in Nuklearwaffen mĂŒsste es noch auf ein Niveau von 90 Prozent angereichert werden. Offiziell beharrt der Iran darauf, kein Atom-Arsenal anzustreben. Zuletzt haben sich jedoch einige iranische Offizielle ĂŒber die mögliche Abkehr von dieser Doktrin geĂ€uĂert.
Der Iran hatte sich 2015 zur EinschrÀnkung seines Atomprogramms verpflichtet. Im Gegenzug wurden westliche Sanktionen aufgehoben. Doch die Vereinigten Staaten stiegen 2018 unter PrÀsident Donald Trump aus dem Abkommen aus. Teheran reagierte mit der EinschrÀnkung von IAEA-Inspektionen und der Produktion von hochangereichertem Uran.

