MĂ€nnerriege um Merz â «Manche Dinge sind, wie sie sind»
23.05.2025 - 16:23:55Im Kabinett von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und in seinem Stab arbeiten weniger Frauen als MĂ€nner, aber Ănderungen sind vorerst wohl nicht geplant. «Sie können davon ausgehen, dass wir uns der Zusammensetzung bewusst sind», sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille. «Aber manche Dinge sind, wie sie sind.»
Auf die Frage, ob der Bundeskanzler weniger Vertrauen in Frauen habe, sagte Hille: «Davon gehe ich nicht aus. Er hat selber eine, er hat mehrere Töchter. Der Bundeskanzler arbeitet gut und gerne mit Frauen zusammen.» Im Ăbrigen seien, wenn man auch die Riege der StaatssekretĂ€rinnen und StaatssekretĂ€re betrachte, «zahlreiche Frauen mit in der Bundesregierung am Werk.»
Frauenministerin: ParitÀt bleibt das Ziel
Im Kabinett von Merz sitzen zehn MĂ€nner und acht Frauen. Auch im Kanzleramt sind an wichtigen Positionen mehr MĂ€nner als Frauen vertreten. Alle drei Regierungssprecher sind zudem MĂ€nner. Dem Koalitionsausschuss â dem zweiten zentralen Entscheidungsgremium von Schwarz-Rot â sollen zehn MĂ€nner und eine Frau angehören.Â
Merz' Parteikollegin Karin Prien sieht da durchaus Ănderungsbedarf. «Ich sage Ihnen als Frauenministerin, die auch fĂŒr die Gleichstellung zustĂ€ndig ist, dass ParitĂ€t nach wie vor ein Ziel sein muss», sagte Prien der Deutschen Presse-Agentur. «NatĂŒrlich geht es immer um Kompetenz, aber da geht es um Kompetenz bei Frauen und bei MĂ€nnern.» Ihre Erfahrung sei, dass paritĂ€tisch besetzte KoalitionsausschĂŒsse gut arbeiteten.Â
FĂŒr sie als CDU-Politikerin heiĂe das: «Wir mĂŒssen offensichtlich wieder mehr Positionen wie Parteivorsitz, GeneralsekretĂ€r und Ă€hnliche Positionen anstreben und auch erkĂ€mpfen, damit wir in diesen Gremien dann eben auch entsprechend reprĂ€sentiert sind.» Frauen mĂŒssten in der Regierung und in der Partei lauter sein und ihre Positionen vertreten, sagte Prien.
Erstmals eine BundesprÀsidentin?
Die stellvertretende CDU-GeneralsekretĂ€rin Christina Stumpp sieht die Zeit fĂŒr einen wichtigen Schritt gekommen: «76 Jahre nach GrĂŒndung der Bundesrepublik ist es Zeit fĂŒr eine Frau an der Spitze unseres Staates», sagte Stumpp der dpa. «Es wĂ€re ein sehr starkes Signal, wenn wir Anfang 2027 zum ersten Mal eine Frau ins BundesprĂ€sidialamt wĂ€hlen wĂŒrden.»
Die zweite Amtszeit von BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier endet am 18. MÀrz 2027. Er kann nicht wiedergewÀhlt werden. Seit 1949 gab es zwölf BundesprÀsidenten, aber noch keine Frau in diesem Amt.
Stumpp erinnerte daran, dass die CDU 1961 mit Elisabeth Schwarzhaupt die erste Bundesministerin und mit Angela Merkel 2005 die erste Bundeskanzlerin gestellt hat. «Unser Land hat viele ausgezeichnete Frauen, die fĂŒr das höchste Staatsamt geeignet sind», sagte sie.







