Kreml kritisiert PlÀne zur Verstaatlichung von Rosneft Deutschland
08.02.2024 - 12:37:23"Das ist nichts anderes als die Enteignung fremden Besitzes, das sind alles Schritte, die wahrscheinlich die wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen der europÀischen Staaten untergraben", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Solche Handlungen entwerteten Deutschlands AttraktivitÀt als Investitionsstandort.
Der russische Staatskonzerns Rosneft, gefĂŒhrt von Igor Setschin, einem engen Vertrauten von PrĂ€sident Wladimir Putin, hĂ€lt die Mehrheit an der Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt. Die Anteile von rund 54 Prozent sind derzeit unter staatlicher Kontrolle des Bundes - in einer sogenannten Treuhandverwaltung. Ziel war, die jahrzehntelang mit russischem Ăl betriebene und fĂŒr den Nordosten wichtige Anlage nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und dem EU-Ălembargo am Laufen zu halten. Da die Treuhandverwaltung nach jetzigem Stand am 10. MĂ€rz auslĂ€uft, gibt es ErwĂ€gungen in der Bundesregierung, die Anteile zu verstaatlichen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Rosneft werde dagegen vorgehen und alle juristischen Mittel ausschöpfen, sagte Peskow. Verhandlungen auf staatlicher Ebene zwischen Moskau und Berlin gebe es zu dem Thema aber nicht.
Russlands FĂŒhrung hat nach Kriegsbeginn ebenfalls mehrere westliche Unternehmen unter staatliche Treuhandverwaltung genommen, darunter etwa die russische Tochter des deutschen Energieversorgers Uniper DE000UNSE018. Nach der Ăbergabe russischer Brauereien der dĂ€nischen Carlsberg DK0010181759-Gruppe unter staatliche Kontrolle warf Carlsberg-Chef Jacob Aarup-Andersen Putin vor, der Brauerei das "GeschĂ€ft gestohlen" zu haben. Andere westliche Konzerne, die wegen des Kriegs aus ihrem RusslandgeschĂ€ft aussteigen wollen, sind verpflichtet, beim Verkauf einen deutlichen Rabatt auf den wahren Wert ihres Besitzes zu geben.

