Hamburger Hafenverband: Einstieg von MSC bei der HHLA unproblematisch
09.06.2024 - 14:15:02 | dpa.de"Wir haben in Hamburg vier Containerterminals, und Hapag-Lloyd DE000HLAG475 etwa hĂ€lt eine Beteiligung am HHLA-Terminal Altenwerder. Ăberall auf der Welt schlagen Reedereien Ladung auch auf Terminals um, die teilweise anderen Reedereien gehören", sagte Cornelius in einem Interview der "Welt am Sonntag" (Redaktion Hamburg und Norddeutschland). Aus WettbewerbsgrĂŒnden mache er sich keine Sorgen, zumal MSC ja keine Mehrheit an der HHLA erwerben solle.
Hamburgs rot-grĂŒner Senat will die Mediterranean Shipping Company (MSC) mit Sitz in Genf bei der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) an Bord holen, um den Containerumschlag zu stabilisieren. Die Stadt und das der italienischen Reederfamilie Aponte gehörende Unternehmen sollen die HHLA kĂŒnftig als Gemeinschaftsunternehmen fĂŒhren, bei dem die Stadt eine Mehrheit von 50,1 Prozent hĂ€lt. Bislang gehörten der Stadt rund 70 Prozent der börsennotierten HHLA.
Im Gegenzug will die weltgröĂte Reederei MSC ihre Deutschlandzentrale in Hamburg bauen, das Ladungsaufkommen im Hafen von 2025 an erhöhen und laut Drucksache bis 2031 auf eine Million Standardcontainer (TEU) pro Jahr steigern. Zudem wollen MSC und die Stadt das Eigenkapital der HHLA um 450 Millionen Euro erhöhen. Zuletzt musste der Hafen RĂŒckschlĂ€ge hinnehmen. So sank der Umschlag von SeegĂŒtern im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2022 um 4,7 Prozent auf 114,3 Millionen Tonnen - der niedrigste Wert seit 2009.
Die BetriebsrĂ€te, die Gewerkschaft Verdi und zahlreiche BeschĂ€ftigte sind strikt gegen den Deal. Und auch die Opposition von CDU, Linkspartei und FDP in der Hamburgischen BĂŒrgerschaft hat sich ebenso dagegen ausgesprochen wie Cornelius' VorgĂ€nger an der UVHH-Spitze, Gunther Bonz. Ihm fehlt etwa eine Wettbewerbsanalyse, warum der Hamburger Hafen zurĂŒckgefallen ist. Auch steuerlich und wettbewerbsrechtlich stellten sich noch Fragen, sagte er bei einer Expertenanhörung. Nachdem der Wirtschaftsausschuss und der Ausschuss fĂŒr öffentliche Unternehmen dem Deal bereits mehrheitlich zugestimmt haben, will der Haushaltsausschuss mit den Stimmen der rot-grĂŒnen Regierungskoalition am Dienstag sein Placet geben. Danach soll noch vor der Sommerpause die BĂŒrgerschaft entscheiden.
Der Verband Ă€uĂere sich nicht zu unternehmensbezogenen Beteiligungen, sagte Cornelius. "Allerdings sieht man deutlich, dass Reedereibeteiligungen sehr ĂŒblich sind, allein MSC hat international mehr als 60 Terminalbeteiligungen." Auch die weltweit zweitgröĂte Container-Linienreederei Maersk sei sehr stark engagiert, ebenso mittlerweile die gröĂte deutsche Reederei Hapag-Lloyd, die eine eigene Terminalsparte aufgebaut habe. Gleichzeitig mahnte Cornelius aber auch ein gröĂeres Engagement des Bundes bei der Sicherung der HĂ€fen an. "Dass die SeehĂ€fen im Wesentlichen Sache der KĂŒstenlĂ€nder sind und dass der Bund sich hier finanziell kaum engagiert, trĂ€gt der Bedeutung der HĂ€fen ĂŒberhaupt nicht Rechnung." Das sei eine nationale Aufgabe und nicht die Aufgabe einzelner KĂŒstenlĂ€nder.
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