RektorenprÀsident, Verbot

RektorenprÀsident sieht kein Verbot militÀrischer Forschung

20.01.2025 - 14:01:09

Der PrĂ€sident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Walter Rosenthal, hat Wissenschaftlern den RĂŒcken gestĂ€rkt, die auf Feldern forschen oder forschen möchten, die auch dem MilitĂ€r nutzen könnten.

Die Wahl der Inhalte von Lehre und Forschung sowie der Partner dafĂŒr "ist und bleibt frei", sagte er dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Das gelte auch fĂŒr FĂ€lle, in denen sich eine Hochschule eine sogenannte "Zivilklausel" gegeben habe, die militĂ€rische Forschung untersage. Diese habe "keine Auswirkung auf die individuelle ForschungstĂ€tigkeit".

Zivilklauseln gibt es an gut 70 Hochschulen in Deutschland. Die PrĂ€sidentin der Wissenschaftsministerkonferenz, Bettina Martin (SPD), hatte sich zuvor gegen den Ausschluss militĂ€rischer Forschung ausgesprochen. "Dual use völlig auszuschließen, ist angesichts der Zeitenwende nicht realistisch", sagte sie der Zeitung. Der Forschungsdirektor der bundeseigenen Cyberagentur, Christian Hummert, erklĂ€rte, einige ForschungsauftrĂ€ge der Agentur seien an Zivilklauseln gescheitert. Insgesamt gibt die Cyberagentur jĂ€hrlich Forschung fĂŒr 80 Millionen Euro in Auftrag. Niemand habe "ein Interesse daran, dass eine Fregatte der Marine gehackt und durch Kriminelle ferngesteuert wird", sagte er dem "Handelsblatt". Allerdings hĂ€tten viele Professoren "Angst vor Protesten der Studierenden und wollen nicht in eine moralische Schmuddelecke gestellt werden". Der PrĂ€sident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), Jan Wörner, erklĂ€rte, viele Forscher und manche Hochschulleitungen fĂŒhlten sich "unwohl", weil sie nicht wĂŒssten, was sie dĂŒrfen und was nicht. Hier mĂŒsse die Politik Klarheit schaffen, sagte er der Zeitung. Acatech sieht Zivilklauseln als Hindernis fĂŒr die Innovationskraft Deutschlands insgesamt.

@ dts-nachrichtenagentur.de