Apotheke, Medikamente

KinderÀrzte warnen vor erneuten Medikamenten-EngpÀssen

04.08.2023 - 08:19:24

Der PrĂ€sident des Berufsverbandes der Kinder- und JugendĂ€rzte befĂŒrchtet einen weiteren Lieferengpass wichtiger Arzneimittel. Er blickt «mit Sorge auf Herbst und Winter».

Der Verband der KinderÀrzte hat vor erneuten LieferengpÀssen bei Medikamenten in der kalten Jahreszeit gewarnt.

«Es ist zu befĂŒrchten, dass bei hohen Infektionswellen wie im vergangenen Jahr Eltern wieder durch die halbe Stadt laufen mĂŒssen, um FiebersĂ€fte oder Antibiotika zu bekommen», sagte der PrĂ€sident des Berufsverbandes der Kinder- und JugendĂ€rzte (BVKJ), Thomas Fischbach, der «Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung». Das Gesetz gegen diese EngpĂ€sse gehe zwar in die richtige Richtung, «wird uns aber definitiv nicht durch diesen Winter helfen und springt womöglich auch auf Dauer zu kurz», sagte er.

Auch Praxen betroffen

Arzneimittel-EngpĂ€sse legten auch die Praxen teilweise lahm, weil Mitarbeiter am Telefon etliche Apotheken abklappern mĂŒssten, um die benötigten Medikamente aufzutreiben, sagte Fischbach der Zeitung. «Wir blicken daher mit Sorge auf Herbst und Winter.»

Ein im Juli verabschiedetes Gesetz macht VorrĂ€te von mehreren Monatsmengen fĂŒr vielgenutzte Arzneimittel zur Pflicht. Preisregeln sollen gelockert werden, damit sich Lieferungen nach Deutschland fĂŒr Hersteller mehr lohnen.

Auch mit der Reform sei es «nicht attraktiv genug fĂŒr die Pharmafirmen, Medikamente in Deutschland zu produzieren und zu verkaufen, etwa wegen der vorgeschriebenen FestbetrĂ€ge», sagte Fischbach. «Das sind Wirtschaftsunternehmen, die im Ausland mehr verdienen.»

@ dpa.de