KinderĂ€rzteverband, ImpfmĂŒdigkeit

KinderĂ€rzteverband beklagt ImpfmĂŒdigkeit bei Kinderkrankheiten

24.11.2023 - 02:00:00

Der PrĂ€sident des Berufsverbands fĂŒr Kinder- und JugendĂ€rzte, Thomas Fischbach, beklagt eine zunehmende ImpfmĂŒdigkeit bei Kinderkrankheiten nach der Corona-Pandemie.

"Nach der Pandemie sind die Zahlen von Impfungen leider deutlich zurĂŒckgegangen", sagte er den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Freitagausgaben). "Da hat uns die Pandemie insgesamt zurĂŒckgeworfen. Wir brĂ€uchten eine neue Impfkampagne, um wieder Akzeptanz herzustellen."

Seit den Pandemiejahren habe sich das Bewusstsein fĂŒr Krankheiten "nicht unbedingt in einem positiven Sinne" geĂ€ndert, so Fischbach. Viele Kindertageseinrichtungen und auch Schulen seien sehr verunsichert. "Es gibt FĂ€lle, in denen Kinder schon beim kleinsten HĂŒsterchen nach Hause oder zum Arzt geschickt werden", so Fischbach. "Meine Kollegen und ich nehmen im Moment eine starke Inanspruchnahme unserer Praxen wahr. Darunter sind viele FĂ€lle, die vor der Corona-Pandemie bestimmt nicht zur Untersuchung gebracht worden wĂ€ren und auch heute noch nicht untersucht werden mĂŒssten. Wir mĂŒssen da wieder eine grĂ¶ĂŸere Gelassenheit entwickeln." Er appellierte, Kinder wieder so hĂ€ufig mit anderen Kindern spielen zu lassen wie vor der Pandemie. "NatĂŒrlich wird das Kind auch mal einen Infekt davontragen, aber damit kommt das Immunsystem in der Regel zurecht." Ein Kind wegen eines Schnupfens in die Praxis zu bringen, "wenn es sonst fit ist, spielt, isst und trinkt und kein Fieber hat, ist nicht erforderlich". Eine generelle Maskenpflicht wegen steigender Corona-Infektionen lehnt Fischbach ab. "NatĂŒrlich bleibt das Tragen einer Maske in besonders kritischen Bereichen wie Intensivstationen oder Krebsstationen sinnvoll. Dort kann man es auch verlangen. Außerhalb dieser Bereiche, denke ich, sollte das jeder fĂŒr sich selber entscheiden können." Was Kinderarzneien anbelangt, rechnet Fischbach auch in diesem Winter mit VersorgungsengpĂ€ssen. "Das setzt sehr viel kreatives Handeln vor Ort voraus, um dann Lösungen, die fĂŒr Kinder und Jugendliche passen, zu finden", so Fischbach. Das Thema FiebersĂ€fte habe sich zum GlĂŒck entspannt. Nach wie vor ein Problem sei die Antibiotikaversorgung.

@ dts-nachrichtenagentur.de