DRK-Präsident kritisiert mangelnden Zivilschutz
21.06.2026 - 10:20:41 | dts-nachrichtenagentur.de
Gröhe kritisierte, dass die anerkannten Hilfsorganisationen bislang nicht ausreichend in Verteidigungsplanungen einbezogen würden. "Wer mit uns rechnet, muss mit uns reden", sagte der DRK-Präsident. Beim Operationsplan Deutschland und beim Pakt für den Bevölkerungsschutz sei das DRK nicht in die Vorbereitungen eingebunden worden. Auch Erwartungen der Bundeswehr an das DRK würden aus Sicherheitsgründen teilweise sogar dem Deutschen Roten Kreuz gegenüber geheim gehalten. "Das kann und darf nicht sein", sagte Gröhe. "Wer auf unsere Hilfe baut, darf uns nicht im Unklaren lassen."
Der frühere CDU-Bundesgesundheitsminister forderte zudem bessere Bedingungen für Ehrenamtliche im Bevölkerungsschutz. Für THW und Feuerwehr seien Freistellungsansprüche für Übungen und Einsätze klar geregelt, sagte Gröhe. Das brauche es auch für die anerkannten Hilfsorganisationen. Viele Helfer müssten sogar Urlaub nehmen, um anderen Menschen zu helfen. "Das ist kaum vermittelbar", sagte Gröhe. "Wer im Einsatz gleich viel leistet, darf nicht ungleich behandelt werden. Ehrenamt braucht nicht nur Lob, sondern faire Bedingungen."
Mit Blick auf geplante Reformen im Gesundheits- und Pflegebereich warnte Gröhe vor negativen Folgen für Angebote des Deutschen Roten Kreuzes. Pläne, wonach Lohnerhöhungen in Pflege und Krankenversicherung nicht mehr automatisch refinanziert werden sollen, hielt er für falsch. Das dürfe "auf keinen Fall überstürzt beschlossen werden". Auf die Frage, ob dadurch Angebote des DRK in ihrer Existenz bedroht seien, antwortete Gröhe: "Ja. Es wird bewährte Angebote geben, die sich nicht aufrechterhalten lassen, wenn sie dauerhaft unwirtschaftlich sind. Dann gäbe es zum Beispiel weniger Pflegeeinrichtungen, obwohl wir die eigentlich dringend brauchen."
