Internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik

Ökonom Schularick: USA sind kein verlĂ€sslicher Partner mehr

25.01.2026 - 04:30:04

Der PrĂ€sident des Kieler Instituts fĂŒr Weltwirtschaft hat die Trump-Rede in Davos beobachtet. Er zieht daraus SchlĂŒsse auch fĂŒr die Bundesregierung.

Die Bundesregierung kann sich nach Ansicht des Ökonomen Moritz Schularick auf die USA nicht mehr verlassen. «Trumps Auftritt in Davos hat uns wieder gezeigt: Die USA sind fĂŒr uns keine verlĂ€sslichen Partner mehr», sagte der PrĂ€sident des Instituts fĂŒr Weltwirtschaft Kiel (IfW). Man dĂŒrfe sich nicht von «den labilen Launen eines einzelnen Politikers» abhĂ€ngig machen, sondern mĂŒsse einen stabilen Gegenpol schaffen, mahnte er.

Ein Beispiel sei die Entwicklungspolitik, in der US-PrĂ€sident Donald Trump eine zentrale LĂŒcke hinterlassen habe. FĂŒr Deutschland machten Investitionen in diesem Bereich nun nicht nur wirtschaftlich, migrationspolitisch und klimapolitisch Sinn, sondern auch geopolitisch. «Wenn wir klug in PartnerlĂ€ndern investieren und Handelswege eröffnen, fördern wir auch das Wachstum bei uns», sagte Schularick.

In der Vergangenheit aber habe die Bundesregierung Entwicklungsgelder ungezielt ausgeschĂŒttet – «und echter Wandel entstand selten». Statt Altruismus mĂŒsse sie die eigenen Interessen in den Vordergrund rĂŒcken. «Jedes Programm muss einen messbaren Mehrwert fĂŒr beide Seiten schaffen – fĂŒr Geber und Nehmer», regte Schularick an. Sein Institut hat ein Konzept fĂŒr eine neue Entwicklungspolitik vorgelegt.

@ dpa.de