THÜ, Wahlen

Zentralrat der Juden spricht nach Sonneberg-Wahl von Dammbruch

25.06.2023 - 20:21:19 | dts-nachrichtenagentur.de

Der PrĂ€sident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat die Wahl des AfD-Politikers Robert Sesselmann im thĂŒringischen Sonneberg zum ersten AfD-Landrat in Deutschland mit ErschĂŒtterung zur Kenntnis genommen.

Zentralrat der Juden - Foto: ?ber dts Nachrichtenagentur
Zentralrat der Juden - Foto: ?ber dts Nachrichtenagentur

"Die - nach dem vorlĂ€ufigen Ergebnis in Sonneberg - erste Wahl eines AfD-Kandidaten in ein exekutives Amt erschĂŒttert mich", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Montagausgaben). "Um es klar zu sagen: Nicht jeder AfD-WĂ€hler hat eine rechtsextreme Gesinnung. Aber die Partei, deren Kandidaten sie gewĂ€hlt haben, ist laut Landesverfassungsschutz rechtsextrem."

Schuster fĂŒgte hinzu: "Dass so viele Menschen dem zustimmen, beunruhigt mich zutiefst. Sie sollten sich ernsthaft die Frage stellen, ob die Probleme, die sie haben, die Wahl eines Kandidaten einer solchen Partei rechtfertigen. Das ist ein Dammbruch, den die demokratischen politischen KrĂ€fte in diesem Land nicht einfach hinnehmen dĂŒrfen." Die aus ThĂŒringen stammende BundestagsvizeprĂ€sidentin Katrin Göring-Eckardt sagte dem RND: "Dass sich heute eine Mehrheit der Sonneberger fĂŒr den Kandidaten der rechtsextremen AfD entschieden haben, bestĂŒrzt mich sehr. Die AfD hat ein erklĂ€rtes Ziel, sie möchte unserer Demokratie Schaden zufĂŒgen. Sie hetzt, sie verunsichert, sie stachelt auf." Göring-Eckardt fuhr fort: "Diese Wahl darf nicht einfach als Protestwahl abgestempelt werden. Ich bin ĂŒberzeugt, dass die Menschen die AfD nicht trotz ihrer Positionen wĂ€hlen, sondern genau wegen dieser Haltungen. Es ist die Verantwortung aller demokratischen Parteien nicht weiter zur Normalisierung beizutragen. Wer rhetorisch rechts blinkt, darf sich nicht wundern, wenn die Menschen bei Wahlen auch tatsĂ€chlich rechts abbiegen." Sie dankte zugleich den "vielen Menschen, die sich tagtĂ€glich, sei es im Alltag, im Ehrenamt oder in ihrem Job, fĂŒr Demokratie und Vielfalt stark machen. Wer jetzt pauschalisierend ĂŒber Ostdeutschland spricht, macht genau dieses Engagement unsichtbar."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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