GrĂŒne, CDU-PlĂ€ne

GrĂŒne kritisieren CDU-PlĂ€ne fĂŒr Aus des Selbstbestimmungsgesetzes

18.12.2024 - 10:59:18

Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (GrĂŒne), hat die PlĂ€ne von CDU und CSU, das gerade erst in Kraft getretene Selbstbestimmungsgesetz abzuschaffen, scharf kritisiert.

"Ich warne dringend davor, Wahlkampf auf dem RĂŒcken von transgeschlechtlichen Menschen zu machen", sagte Lehmann dem Nachrichtenportal "Watson" am Mittwoch. Das Vorhaben sei ein "Schlag ins Gesicht der queeren Community". Lehmann verwies darauf, dass das Selbstbestimmungsgesetz zentrale Grundrechte wie die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die Achtung der PrivatsphĂ€re und Nichtdiskriminierung stĂ€rke.

"Transgeschlechtliche Menschen haben Jahrzehnte auf dieses Gesetz gewartet. Ich bekomme jeden Tag unglaublich bewegende Nachrichten von transgeschlechtlichen Menschen, die sagen, dass sie sich zum ersten Mal wirklich anerkannt und gleichberechtigt fĂŒhlen", erklĂ€rte er weiter. Ihr Schutz und die UnterstĂŒtzung seien essenziell, nicht zuletzt fĂŒr Jugendliche. Auch der Kinderschutzbund habe das Gesetz ausdrĂŒcklich unterstĂŒtzt. Die Union plane, transgeschlechtliche Menschen wieder zu psychiatrischen Gutachten zu zwingen und sie obendrein aus Gewaltschutzmaßnahmen auszuklammern, kritisierte Lehmann. "Von der SolidaritĂ€t mit transgeschlechtlichen Menschen, wie sie Frauenorganisationen zeigen, kann sich die Union eine Scheibe abschneiden." Scharfe Kritik ĂŒbte Lehmann auch an weiteren PlĂ€nen der Union, wie etwa einem Verbot von Gender-Sternchen. "Das zeigt, wer hier die Sprachpolizei ist und anderen vorschreiben möchte, wie sie zu sprechen und zu schreiben haben. Geschlechtliche Vielfalt ist eine gesellschaftliche RealitĂ€t", erklĂ€rte der Beauftragte. Diese mĂŒsse sichtbar gemacht werden. Zugleich sprach sich Lehmann erneut dafĂŒr aus, Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes um ein ausdrĂŒckliches Diskriminierungsverbot wegen der sexuellen IdentitĂ€t zu ergĂ€nzen. Diese Initiative finde inzwischen breite UnterstĂŒtzung, etwa durch den Kinderschutzbund und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. "Angesichts des gesellschaftlichen Rechtsrucks ist es entscheidend, LSBTIQ explizit durch die Verfassung zu schĂŒtzen", sagte Lehmann. Auch prominente CDU-Politiker wie Hendrik WĂŒst und Kai Wegner hĂ€tten sich fĂŒr eine solche ErgĂ€nzung ausgesprochen. LSBTIQ oder Ă€hnliche AbkĂŒrzungen dienen als Sammelbezeichnung fĂŒr lesbische, schwule, bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen.

@ dts-nachrichtenagentur.de