Zentralkomitee, Katholiken

Zentralkomitee der Katholiken fasst Reformbeschluss

25.11.2023 - 13:45:50

Der Reformprozess in der katholischen Kirche kommt nur langsam voran, aus Sicht etlicher GlĂ€ubiger zu langsam. Nun beschließt das ZdK als Vertretung der Laien einen als wichtig erachteten Zwischenschritt.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als Dachorganisation der mehr als 20 Millionen Laien hat wichtige rechtliche Grundlagen fĂŒr den weiteren Reformprozess in der Kirche geschaffen. Die ZdK-Vollversammlung in Berlin beschloss mit großer Mehrheit die Satzung des sogenannten Synodalen Ausschusses, wie eine Sprecherin mitteilte.

Der Ausschuss ist ein Ergebnis des «Synodalen Wegs», in dessen Rahmen die Katholiken in Deutschland dreieinhalb Jahre lang ĂŒber mehr Mitbestimmung, Frauenrechte, Vielfalt und andere Themen beraten hatten. Zum Abschluss im MĂ€rz dieses Jahres wurde vereinbart, dass die SynodalitĂ€t - also das gemeinsame Beraten und Entscheiden - weitergehen soll, und zwar in dem Ausschuss.

Bischöfe mĂŒssen noch zustimmen

Arbeitsgrundlage dieses Gremiums ist die Satzung. Damit sie greift, muss nach dem ZdK auch die Deutsche Bischofskonferenz als zweiter TrĂ€ger einen Beschluss dazu fassen. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch nannte das ZdK-Votum vor diesem Hintergrund ein wichtiges Zeichen, fĂŒr das er dankbar sei.

Der Synodale Ausschuss soll in den nÀchsten drei Jahren klÀren, wie genau die GlÀubigen in der katholischen Kirche stÀrker gehört und eingebunden werden und stÀrker mitbestimmen können. Im Anschluss an die Arbeit des Gremiums soll ein Synodaler Rat entstehen, in dem Laien dann permanent gleichberechtigt mitentscheiden können.

Viele deutsche Bischöfe unterstĂŒtzen das von Rom teils mit Argwohn verfolgte Vorhaben. An der ersten Sitzung des Ausschusses vor rund zwei Wochen in Essen nahmen 23 der 27 Diözesanbischöfe teil, vier boykottierten das Treffen. Daneben gehören dem neuen Gremium 27 vom ZdK gewĂ€hlte Delegierte sowie 20 weitere Personen an.

Missbrauchsskandal als Auslöser fĂŒr Reformdebatte

Auslöser fĂŒr die Reformdebatte und -bemĂŒhungen war der Missbrauchsskandal, der die katholische Kirche vor mehr als zehn Jahren erschĂŒtterte. Seither wurden nach und nach immer mehr FĂ€lle von sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt durch AmtstrĂ€ger ĂŒber Jahrzehnte bekannt. Vielfach waren sie lange vertuscht worden. Der Kirche laufen seither immer mehr GlĂ€ubige davon.

Bei der zweitĂ€gigen ZdK-Versammlung, die am Samstag zu Ende ging, wurde darĂŒber diskutiert, dass nicht nur Kleriker, also kirchliche AmtstrĂ€ger, das System unterstĂŒtzt hĂ€tten. «Wir mĂŒssen uns der Analyse stellen, dass es in Gemeinden, in RĂ€ten und VerbĂ€nden ĂŒber Jahrzehnte Co-Klerikalismus, Wegschauen und Vertuschen gegeben hat», erklĂ€rte ZdK-VizeprĂ€sident Wolfgang Klose. Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs bleibe auf der ZdK-Agenda.

@ dpa.de