Grenzschutz und Terrorgefahr treiben EU-BĂŒrger am meisten um
20.11.2024 - 06:30:36 | dpa.deIrregulĂ€re Migration und Terrorgefahr treiben die Menschen in der EuropĂ€ischen Union aktuell stĂ€rker um als andere potenzielle Bedrohungen fĂŒr den Frieden. Das zeigen die Ergebnisse einer reprĂ€sentativen Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung in den 27 Mitgliedstaaten. Dabei sind regionale Unterschiede erkennbar. Den russischen Angriffskrieg in der Ukraine nimmt die Bevölkerung in den EU-Staaten auch als eine groĂe Bedrohung wahr.Â
Auf die Frage «Was ist heute die gröĂte Bedrohung fĂŒr den Frieden in Europa?» gaben demnach etwa 25 Prozent der ĂŒber 26.000 Teilnehmer der Befragung an, nicht funktionierender Grenzschutz treibe sie mehr um als alles andere. 21 Prozent der Menschen in der EU nehmen demnach terroristische Angriffe als gröĂte Bedrohung wahr, 19 Prozent groĂe Cyberattacken. Ein Angriff durch eine fremde Macht wird den Angaben zufolge von 18 Prozent der befragten EU-Bewohner als gröĂte Bedrohung empfunden. 17 Prozent von ihnen entschieden sich fĂŒr die Antwortvariante «Organisiertes Verbrechen».
Teilnehmer aus Deutschland sorgen sich besonders um TerrorrisikoÂ
Dass die in Deutschland beheimateten Teilnehmer der Umfrage das Terrorrisiko zu 23 Prozent als gröĂte Bedrohung fĂŒr den Frieden in Europa wahrnehmen, mag auch mit dem Zeitpunkt der Befragung im vergangenen September zusammenhĂ€ngen. Die Erinnerungen an den Terroranschlag in Solingen waren da noch sehr frisch. Am 23. August soll der Syrer Issa Al H. in Solingen drei Menschen mit einem Messer getötet haben. Mehr als 24 Stunden spĂ€ter wurde er festgenommen. Die Terrormiliz Islamischer Staat hat den Anschlag fĂŒr sich reklamiert.Â
Mangelnde Grenzsicherung, eine Unterwanderung durch das organisierte Verbrechen und einen militĂ€rischen Angriff halten der Befragung zufolge jeweils 21 Prozent der Menschen in Deutschland mit Blick auf den Frieden in Europa fĂŒr die gröĂte Gefahr. 14 Prozent verorten die gröĂte Bedrohung im Cyberraum.
Polen halten Angriffskrieg fĂŒr gröĂte BedrohungÂ
In Polen, das eine Grenze mit der von Russland angegriffenen Ukraine hat, ist dagegen die Angst vor einem Krieg das, was die Menschen besonders beschĂ€ftigt. Laut Umfrage halten 29 Prozent der Polen die Gefahr eines militĂ€rischen Angriffs fĂŒr die gröĂte Bedrohung fĂŒr den Frieden in Europa. Im vom Kriegsschauplatz weiter entfernten Spanien sagen dies dagegen lediglich 16 Prozent der Befragten.
Zehn Prozent der Deutschen sehen China als wichtigsten VerbĂŒndeten
Laut Umfrage hielten im September - und damit vor der erneuten Wahl von Donald Trump zum US-PrĂ€sidenten - 54 Prozent der deutschen Bevölkerung die USA fĂŒr den wertvollsten VerbĂŒndeten der EU. Dieser Wert liegt etwas ĂŒber dem EU-weiten Durchschnitt von 51 Prozent. In Polen ist der Anteil derjenigen, die den USA diese Rolle zuweisen, mit 65 Prozent besonders hoch, in Belgien mit 43 Prozent deutlich niedriger.Â
Unter den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern der USA ist der Europa-Enthusiasmus nicht ganz so groĂ wie umgekehrt. Auf die Frage, wer wohl der wertvollste VerbĂŒndete der USA sei, nannten nach Angaben der Bertelsmann Stiftung 27 Prozent der rund 2.500 Teilnehmer der Befragung GroĂbritannien, gefolgt von der EuropĂ€ischen Union mit 25 Prozent. 13 Prozent der Menschen in den USA halten Kanada fĂŒr den bedeutendsten Partner, 12 Prozent Israel.
Jeweils jeder Zehnte Bewohner Deutschlands und der EU insgesamt bezeichnet China als wertvollsten VerbĂŒndeten. Der Westen wirft China vor, Russland mit GĂŒtern zu versorgen, die sowohl zivil als auch militĂ€risch genutzt werden können und so die russische Kriegswirtschaft zu unterstĂŒtzen.Â
Die Bundesregierung hatte im Sommer 2023 erstmals eine umfassende China-Strategie beschlossen. Darin wird das von der kommunistischen FĂŒhrung mit harter Hand regierte Land als Partner, Wettbewerber und systemischer Rivale definiert. Kern der Strategie ist es, die wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeit von China zu verringern, um ein böses Erwachen wie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine bei der Kappung der Gaslieferungen zu vermeiden.
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