PolizeiprÀsenz, Nawalnys

Tausende trotz PolizeiprÀsenz bei Nawalnys Beerdigung

01.03.2024 - 15:31:08 | dts-nachrichtenagentur.de

Der russische Oppositionspolitiker Alexei Nawalny ist am Freitag auf dem Borissowskoje-Friedhof in Moskau beigesetzt worden.

Blick ĂŒber Moskau mit Moskwa im Hintergrund (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Blick ĂŒber Moskau mit Moskwa im Hintergrund (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Trotz einer erheblichen PolizeiprĂ€senz, zahlreicher Kameras und Absperrgitter haben sich Tausende vor der Kirche und dem Friedhof versammelt. Teilnehmer skandierten unter anderem "Russland ohne Putin" und "Nein zum Krieg". Die Polizei wirkte mitunter mit dem Andrang ĂŒberfordert, vermied jedoch ein sichtbares eskalierendes Vorgehen. Zuvor begann mit erheblicher Verzögerung ein etwa halbstĂŒndiger Trauergottesdienst nach orthodoxem Ritus, zu dem der enge Familienkreis zugelassen war.

Die Witwe des Kremlkritikers, Julija Nawalnaja, sowie die beiden Kinder waren - wohl aus SicherheitsgrĂŒnden - nicht anwesend. Um die Übergabe des Leichnams hatte es zuvor tagelang ein Tauziehen zwischen den zustĂ€ndigen Stellen und den Angehörigen und AnhĂ€ngern Nawalnys gegeben. Zwischenzeitlich stand der Vorwurf im Raum, die russischen Behörden wollten den Leichnam heimlich beerdigen. Nawalny war nach russischen Angaben den russischen Behörden zufolge am 16. Februar in einem Gefangenenlager am Polarmeer gestorben, angeblich weil ein Blutgerinnsel aufgebrochen und er bei einem Spaziergang zusammengebrochen sei. Ärzte hĂ€tten vergeblich versucht, den Regimekritiker wiederzubeleben, hieß es. Der Vizechef der GefĂ€ngnisbehörde wurde wenige Tage nach Nawalnys Tod befördert. Auf Nawalny war 2020 in Russland ein Giftanschlag mit dem Kampfstoff Nowitschok verĂŒbt worden. Nachdem er in der Berliner Charite behandelt worden war, kehrte er nach Russland zurĂŒck, obwohl allgemein bekannt war, dass er dort verhaften werden wĂŒrde.

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