Scheidender Rechnungshof-PrÀsident beklagt Verschiebebahnhof
30.03.2026 - 00:01:00 | dts-nachrichtenagentur.deĂhnliche Entwicklungen, so Scheller weiter, gebe es auch beim 100-Milliarden-Programm fĂŒr die BundeslĂ€nder. "Dort wurde auf die ZusĂ€tzlichkeit ganz verzichtet und damit besteht die Gefahr, dass Mittel teils fĂŒr bestehende Programme oder mittelbar fĂŒr den Konsum verwendet werden - entgegen dem ursprĂŒnglichen Ziel, neue Investitionen zu finanzieren."
Scheller, der Ende Mai nach 14 Jahren an der Spitze des Bundesrechnungshofes in den Ruhestand geht, kritisiert die Haushaltspolitik des Bundes insgesamt. "Die Verschuldung steigt exponentiell. Wenn man sich den laufenden Haushalt anschaut, flieĂt inzwischen fast die HĂ€lfte des Budgets in Zinsen, Verteidigung und Renten", sagte Scheller. Hinzu kĂ€men zahlreiche gesetzliche Verpflichtungen. "Das lĂ€sst kaum noch Spielraum fĂŒr Neues. Etwa 90 Prozent der Haushaltsmittel sind fest verplant, lediglich rund zehn Prozent sind flexibel einsetzbar", so der Jurist. Diese "Versteinerung" des Bundeshaushalts fĂŒhre dazu, dass in Krisenzeiten oft nur der Griff zu neuen Krediten bleibe, weil die doch sehr hohen Einnahmen nicht ausreichten, um die AusgabenwĂŒnsche zu decken.
Scheller bemĂ€ngelte darĂŒber hinaus, dass dem Staat erhebliche Summen durch Steuerbetrug, Schwarzarbeit und GeldwĂ€sche entgingen. "Wir sprechen hier ĂŒber gewaltige BetrĂ€ge. Im Bereich GeldwĂ€sche schĂ€tzt die Bundesregierung, dass jĂ€hrlich bis zu 100 Milliarden Euro unentdeckt bleiben", sagte Scheller. "Der Staat muss seine AnsprĂŒche konsequent durchsetzen. VerdĂ€chtige sollten auch nachweisen mĂŒssen, woher ihr Geld stammt - Stichwort Beweislastumkehr."
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