SPD, Erdogan

SPD kritisiert Erdogan nach Drohung an Israel

30.07.2024 - 08:50:19

Der SPD-Außenexperte Nils Schmid hat die Bundesregierung und die anderen Nato-Staaten aufgefordert, den tĂŒrkischen PrĂ€sidenten Recep Tayyip Erdogan wegen seiner Drohung an Israel mit einer militĂ€rischen Einmischung in den Nahost-Konflikt in die Schranken zu weisen.

Erdogans Äußerung mĂŒsse klar zurĂŒckgewiesen werden, sagte Schmid dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Man mĂŒsse ihm unmissverstĂ€ndlich deutlich machen, "dass er damit unnötig Öl ins Feuer gießt und eine weitere Eskalation befördert". Wenn Erdogan tatsĂ€chlich etwas Positives bewirken wolle, sollte er seine Einflussmöglichkeiten nutzen und mĂ€ĂŸigend auf die Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon einwirken. Erdogans tatsĂ€chlichen Handlungsoptionen seien aber begrenzt, sagte Schmid weiter.

"Er hĂ€tte die gesamte Nato inklusive der USA gegen sich. Diesen Bruch wird er nicht riskieren, weil er auf wirtschaftlichem, aber auch auf militĂ€rischem Gebiet viel zu abhĂ€ngig vom Westen und vor allem von den USA ist." Seine Äußerungen seien vielmehr innenpolitisches KalkĂŒl. "Das Schicksal der PalĂ€stinenser bewegt viele Menschen in der TĂŒrkei. Wenn Erdogan sich als deren Anwalt geriert, so kann er sicher sein, dass er dafĂŒr im eigenen Land weit ĂŒber seine eigene AnhĂ€ngerschaft hinaus enormen Zuspruch bekommt." Das spiele ihm innenpolitisch in die HĂ€nde. Gleichzeitig erhoffe er sich Zuspruch und Sympathien in der arabischen Welt. Der Vizevorsitzende der Unionsfraktion, Johann Wadephul, sagte unterdessen dem RND: "Erdogans Äußerung zeigt, dass der gesamte Mittlere Osten am Rande eines Krieges steht." Die Bundesregierung solle der TĂŒrkei das Signal senden, dass jede feindselige Aktion gegen Israel zu unterbleiben habe.

@ dts-nachrichtenagentur.de