Demo in Berlin und Dresden nach Angriffen auf Politiker
05.05.2024 - 20:19:18 | dpa.deNach dem Angriff auf den SPD-Politiker Matthias Ecke haben in Dresden und Berlin Tausende Menschen fĂŒr Demokratie und gegen Gewalt demonstriert. In Dresden versammelten sich am frĂŒhen Sonntagabend im Stadtteil Striesen rund 3000 Menschen. Dort war Ecke am Freitagabend von vier jungen MĂ€nnern beim AufhĂ€ngen von Wahlplakaten zusammengeschlagen worden. Kurz zuvor hatte mutmaĂlich dieselbe Gruppe in der NĂ€he bereits einen 28-jĂ€hrigen Wahlkampfhelfer der GrĂŒnen angegriffen und verletzt.
In Berlin kamen etwa 1000 Menschen vor das Brandenburger Tor um SolidaritĂ€t mit dem angegriffenen Politiker zu zeigen. UrsprĂŒnglich waren 50 Teilnehmer zur Kundgebung angekĂŒndigt, wie die Polizei vorab sagte. Zur Demonstration kamen auch die GrĂŒnen-Vorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour, SPD-Chef Lars Klingbeil, SPD-GeneralsekretĂ€r Kevin KĂŒhnert, sowie die MinisterprĂ€sidenten von Sachsen und Nordrhein-Westfalen, Michael Kretschmer und Hendrik WĂŒst (beide CDU).
Klingbeil zeigte sich im Namen der SPD geschockt ĂŒber die Gewalttat. «Die Höckes und die Gaulands und die Weidels, die haben vielleicht nicht die Faust erhoben und die haben nicht direkt zugeschlagen. Aber ich sage euch, die haben das gesellschaftliche Klima in diesem Land mitproduziert, das andere Menschen dazu bringt, auf Ehrenamtliche, auf Aktivisten, auf Politikerinnen und Politiker einzuschlagen.»
Klimaaktivistin Neubauer: «dann sind wir alle mit gemeint»
Klimaaktivistin Luisa Neubauer betonte, bei dem Angriff auf Ecke seien alle Demokratinnen und Demokraten gemeint. «Wenn Menschen angegriffen werden, die sich fĂŒr die Demokratie einsetzen, wenn Menschen im Internet zerrissen werden, die sich fĂŒr die Gerechtigkeit aussprechen, wenn Menschen sich nicht mehr trauen, frei einzustehen fĂŒr Gewaltfreiheit, fĂŒr Demokratie, fĂŒr eine bessere Gesellschaft, dann sind wir alle mit gemeint.»
WĂŒst sagte zuvor im ARD-«Bericht aus Berlin», Gewalt sei kein probates Mittel in der Politik. Die Angriffe erinnerten an finsterste Kapitel der deutschen Geschichte. Â
Ecke war in Dresden beim Plakatieren attackiert worden
Matthias Ecke ist sĂ€chsischer SPD-Spitzenkandidat fĂŒr die Europawahl. Der 41-JĂ€hrige war am Freitagabend beim Plakatieren attackiert worden. Er habe einen Bruch des Jochbeins und der Augenhöhle sowie HĂ€matome im Gesicht erlitten, sagte Sachsens SPD-Chef Henning Homann am Sonntagnachmittag.Â
Am Donnerstag waren in Essen der Bundestagsabgeordnete Kai Gehring (GrĂŒne) und sein Parteikollege Rolf FliĂ nach eigenen Angaben attackiert und FliĂ geschlagen worden. BundestagsvizeprĂ€sidentin Katrin-Göring-Eckardt (GrĂŒne) war vor einigen Tagen in Ostbrandenburg nach einer Veranstaltung aggressiv bedrĂ€ngt und lĂ€nger an der Abfahrt gehindert worden. Im niedersĂ€chsischen Nordhorn wurde am Samstagmorgen ein AfD-Landtagsabgeordneter nach Polizeiangaben an einem Infostand geschlagen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

