Syrien, DEU

Syriens PrÀsident wirbt in Berlin um Vertrauen

30.03.2026 - 14:53:12 | dts-nachrichtenagentur.de

Der syrische PrĂ€sident Ahmed al-Scharaa hat bei seinem Besuch in Berlin bekrĂ€ftigt, dass er sich fĂŒr die Rechte von Minderheiten einsetzen will."Wir sind sehr divers in Syrien", sagte er am Montag nach einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Kanzleramt.

Ahmed al-Scharaa am 30.03.2026 - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Ahmed al-Scharaa am 30.03.2026 - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Alle sollten ihre Rechte bekommen. "Und wir wollen, dass wir die Rechtsstaatlichkeit vertiefen, dass in der Verfassung alle ihre Rechte gesichert bekommen." In der Region lebe man seit Tausenden von Jahren zusammen und wolle nach dem Sturz des Assad-Regimes wieder zu einer "guten Form des Zusammenlebens" kommen. Als Beispiel nannte er ein Dekret zu den Rechten der Kurden in Syrien. "Wir erkennen auch ihr kulturelles Erbe an", so der PrÀsident.

Merz begrĂŒĂŸte diese Aussagen. Es sei gut, dass sich al-Scharaa mit den kurdischen Bevölkerungsteilen in Syrien verstĂ€ndigen konnte. Zudem sei der Prozess aktuell im Gang, die kurdischen StreitkrĂ€fte in die syrischen StreitkrĂ€fte zu integrieren. Merz unterstĂŒtzte auch die Aussage des PrĂ€sidenten, dass es in Syrien nur ein Gewaltmonopol beim Staat geben soll. "Das ist exakt das, was auch unsere Vorstellung von Rechtsstaat und Gewaltenteilung ausmacht", so Merz. "NatĂŒrlich gibt es hier noch viele Aufgaben zu leisten, aber ich bin zuversichtlich, dass auch aus den Worten, die ich von ihm gehört habe, genau diese Rechte fĂŒr Minderheiten und auch fĂŒr religiöse Minderheiten in Syrien realisiert werden."

Al-Scharaa ist seit Ende Januar 2025 InterimsprĂ€sident von Syrien. Zuvor hatte er als AnfĂŒhrer des syrischen MilizbĂŒndnisses Hai?at Tahrir asch-Scham (HTS) den Sturz des Assad-Regimes erreicht. Als HTS-AnfĂŒhrer war er ein gesuchter Terrorist, ihm werden teilweise heftige Kriegsverbrechen vorgeworfen. Seit seinem Amtsantritt gibt er sich aber als gemĂ€ĂŸigter AnfĂŒhrer, der sich dem Westen annĂ€hern will. Die Sicherheitslage in Syrien bleibt aber insbesondere fĂŒr Angehörige von Minderheiten angespannt.

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