ErklÀrung, EU-US-Zolldeal

Warum kommt die ErklÀrung zum EU-US-Zolldeal erst jetzt?

21.08.2025 - 16:01:18

Der Teufel liegt im Detail: Dies hat sich zuletzt auch beim Zolldeal zwischen der EU und den USA gezeigt. Nach wochenlangem Feilen gibt es nun eine schriftliche ErklÀrung.

  • Die gemeinsame ErklĂ€rung der EU und USA zur Beendigung des Handelskonflikts regelt auch das sensible Thema der Auto-Importe. (Archivbild) - Foto: Ingo Wagner/dpa

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  • Stellte die gemeinsame US-EU-ErklĂ€rung in BrĂŒssel vor: EU-Handelskommissar Maros Sefcovic. (Archivbild) - Foto: Ansgaar Haase/dpa

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  • Nach dem Handschlag zur mĂŒndlichen Vereinbarung gibt es nun auch eine schriftliche ErklĂ€rung. (Archivbild) - Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

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Die gemeinsame ErklĂ€rung der EU und USA zur Beendigung des Handelskonflikts regelt auch das sensible Thema der Auto-Importe. (Archivbild) - Foto: Ingo Wagner/dpaStellte die gemeinsame US-EU-ErklĂ€rung in BrĂŒssel vor: EU-Handelskommissar Maros Sefcovic. (Archivbild) - Foto: Ansgaar Haase/dpaNach dem Handschlag zur mĂŒndlichen Vereinbarung gibt es nun auch eine schriftliche ErklĂ€rung. (Archivbild) - Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Ende Juli gaben US-PrĂ€sident Donald Trump und EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen nach einem Treffen in Schottland eine Einigung im monatelangen Zollkonflikt bekannt. Die damals angekĂŒndigte gemeinsame schriftliche ErklĂ€rung ließ allerdings noch einmal mehr als drei Wochen auf sich warten. Nun ist sie da. Fragen und Antworten im Überblick:

Warum hat es mit der schriftlichen ErklÀrung so lange gedauert?

Hinter den Kulissen wurde weiter um Details gerungen. So ging es zum Beispiel noch um die Frage, wer wann welche Versprechungen einlöst. Zudem mussten zu strittigen Themen Formulierungen gefunden werden, mit denen beide Seiten leben können.

Die deutschen Autobauer warten bisher auf einen Zeitplan zur Senkung der US-Importzölle. Wissen sie jetzt, wie es weitergeht?

Es gibt nun zumindest ein sehr konkretes Szenario: EU-Handelskommissar Maros Sefcovic kĂŒndigte bei der Vorstellung der ErklĂ€rung in BrĂŒssel an, dass die US-Zölle auf Autoimporte rĂŒckwirkend zum 1. August auf 15 Prozent gesenkt werden sollen. Die EU wird seinen Worten zufolge dafĂŒr die notwendigen Voraussetzungen erfĂŒllen. Konkret geht es um die Einleitung von Gesetzgebungsprozessen fĂŒr Einfuhrerleichterungen zugunsten bestimmter US-Produkte. Zuletzt lag der Zollsatz fĂŒr aus der EU in die USA eingefĂŒhrte Autos bei 27,5 Prozent.

Ist das fĂŒr die Autoindustrie ein Grund zum Feiern?

Nicht wirklich. Da die EU im Gegenzug US-Autos zollfrei nach Europa lassen muss, droht den Herstellern hierzulande stÀrkere Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten. Zudem ist auch der neue 15-Prozent-Zoll immer noch hoch. Vor dem Amtsantritt von Trump hatte der Zollsatz bei 2,5 Prozent gelegen.

Gibt es fĂŒr andere Branchen Neuigkeiten?

FĂŒr europĂ€ische Hersteller von Arzneimitteln, Halbleitern und Bauhölzern war trotz des Zolldeals bislang nicht ganz klar, ob die Zollobergrenze von 15 Prozent auch fĂŒr sie gilt. Grund waren unter anderem noch laufende PrĂŒfungen in Washington und unklare Aussagen von Trump. Letzterer hatte zwischenzeitlich mit Zöllen auf Arzneimittel von 250 Prozent und 100 Prozent auf Halbleiter gedroht. In der ErklĂ€rung wird die Zollobergrenze von 15 Prozent nun festgeschrieben. FĂŒr die Hersteller sind dies aber auch nur begrenzt gute Nachrichten, da auf den Import ihrer Produkte in die USA bislang gar keine Zölle anfielen. Gerade die deutsche Pharmaindustrie fĂŒrchtet Zölle: Die USA sind ihr wichtigster Exportmarkt, knapp ein Viertel der deutschen Pharma-Exporte gehen dahin. 

Die EU stellt Trump in der ErklÀrung zusÀtzliche Investitionen sowie den Kauf von mehr Energie und Waffen in Aussicht. Wie kann sie sicherstellen, dass europÀische Unternehmen wirklich tÀtig werden?

Letztlich gar nicht. Nach eigenen Angaben hat die EU-Kommission allerdings im Vorfeld Investitionsabsichten abgefragt. Nach frĂŒheren Angaben von KommissionsprĂ€sidentin von der Leyen sollen FlĂŒssigerdgas (LNG), Öl und Kernbrennstoffe aus den Vereinigten Staaten die LĂŒcken fĂŒllen, die nach dem geplanten vollstĂ€ndigen Verzicht auf russisches Gas und Öl entstehen werden.

Die USA fordern auch Änderungen an den strengen EU-Digitalgesetzen, die etwa die Verbreitung von Falschinformationen ĂŒber Plattformen wie Twitter verhindern sollen. Hat sich Trump auch dort durchgesetzt?

Das ist einer der Punkte, die in BrĂŒssel sehr unterschiedlich interpretiert werden dĂŒrften. In der ErklĂ€rung heißt es: «Die Vereinigten Staaten und die EuropĂ€ische Union verpflichten sich, ungerechtfertigte Handelshemmnisse im digitalen Bereich zu beseitigen.» Aus Sicht der US-Regierung sind die aktuellen EU-Regeln ungerechtfertigt - aus EU-Sicht nicht.

@ dpa.de