Tschechiens, PrÀsident

Tschechiens PrÀsident unterschreibt Atomendlager-Gesetz

16.02.2024 - 11:31:15

Der tschechische PrĂ€sident Petr Pavel hat mit seiner Unterschrift ein Gesetz ĂŒber die Verfahren bei Planung, Bau und Betrieb eines kĂŒnftigen AtommĂŒll-Endlagers in Kraft gesetzt.

Das gab das PrĂ€sidialamt am Freitag bekannt. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass die Regierung allein ĂŒber den endgĂŒltigen Standort fĂŒr das Endlager entscheiden kann - ohne erneut die Zustimmung des Parlaments einholen zu mĂŒssen. In der engeren Auswahl sind derzeit vier Orte, die allesamt nicht mehr als 200 Kilometer von den Grenzen zu Bayern und Österreich entfernt sind.

Die bisherigen Planungen sehen vor, hoch radioaktive AbfĂ€lle in einem neu zu errichtenden Bergwerk in einer Tiefe von rund 500 Metern unter der Erde zu lagern. Das Gesetz verweist daher in weiten Teilen auf das bestehende Bergrecht. JĂ€hrlich fallen in Tschechien rund 80 bis 100 Tonnen solchen AtommĂŒlls an. Den grĂ¶ĂŸten Teil davon machen abgebrannte Brennelemente aus den beiden Atomkraftwerken Temelin und Dukovany aus.

Das Gesetz sieht vor, dass die betroffenen Gemeinden eine Stellungnahme abgeben dĂŒrfen. Anders als zum Beispiel in Finnland haben sie indes kein Vetorecht. Ein solches hatte die Plattform gegen ein Tiefenlager gefordert, in der sich mehr als 50 Gemeinden und VerbĂ€nde engagieren. Die Standortentscheidung soll bis 2030 fallen und das Endlager spĂ€testens bis 2065 entstehen. Die Kosten werden auf knapp vier Milliarden Euro geschĂ€tzt. Tschechiens liberalkonservative Regierung unter MinisterprĂ€sident Petr Fiala will die Atomkraft massiv ausbauen und in den nĂ€chsten Jahrzehnten bis zu vier neue Reaktorblöcke errichten lassen.

@ dpa.de